Telekom, Vodafone: Wenn LTE schneller als 5G ist

Dynamic Spectrum Sharing erlaubt 5G und LTE in alten Frequenzbereichen von 3G und DVB-T. Doch wenn man hier nur LTE einsetzen würde, wäre die Datenrate höher.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Würden die Netzbetreiber statt DSS mit LTE/5G reines LTE einsetzen, so wäre die maximal erreichbare Geschwindigkeit höher.
Würden die Netzbetreiber statt DSS mit LTE/5G reines LTE einsetzen, so wäre die maximal erreichbare Geschwindigkeit höher. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)

Das langsamere 5G, das Netzbetreiber wie Deutsche Telekom und Vodafone jetzt zusammen mit LTE großflächig anbieten, verlangt viel Kapazität für das Dynamic Spectrum Sharing (DSS). Laut dem Mobilfunkexperten und Buchautor Martin Sauter, der Senior Project Manager bei der Deutschen Telekom ist, gehen bei DSS 30 Prozent für Signalisierung ab, weil der gleichzeitige Betrieb von LTE und 5G Kapazitäten in der Funkzelle benötigt.

Inhalt:
  1. Telekom, Vodafone: Wenn LTE schneller als 5G ist
  2. Signalisierungen benötigen Spektrum

Sauter erklärt in seinem privaten Blog: "Ein Problem bei der dynamischen Frequenzfreigabe ist die Verschwendung von Ressourcen, da zusätzlich zu den 4G-Signalisierungskanälen auch 5G-Signalisierungskanäle gesendet werden müssen. Der Signalisierungsaufwand in einem 10-MHz-Kanal beträgt heute etwa 15 Prozent, so dass 85 Prozent des Kanals für die Übertragung von Benutzerdaten übrigbleiben. 5G hat ungefähr den gleichen Overhead, wodurch die verfügbare Bandbreite für Benutzerdaten auf etwa 70 Prozent des Kanals reduziert wird."

Technikblogger Max Planken schreibt bei Mobiflip, 5G habe über DSS derzeit quasi gar keine Vorteile. "Es ist alles nur Marketing. Würden die Netzbetreiber statt DSS mit LTE/5G reines LTE einsetzen, so wäre die maximal erreichbare Geschwindigkeit sogar höher."

Telekom: 5G mit rund 225 MBit/s

Die Telekom erweitert ihren 5G-Ausbau im 2,1-GHz-Band, dem bisherigen 3G-Spektrum. Damit sind laut Betreiberangaben rund 225 MBit/s möglich. Das ist aber weit entfernt von den Höchstwerten von 5G mit 1 GBit/s und mehr. Die Telekom nutzt dafür 15 Megahertz (MHz) im 2,1-GHz-Band für LTE und 5G.

Davon stammen 5 MHz aus dem bisherigen 3G-Spektrum der Telekom und werden umgewidmet (Refarming). Zusätzlich hat die Telekom vorzeitig 10 MHz des jetzigen 3G-Spektrums von Telefónica erworben. Auch dieses Spektrum setzt sie für LTE und 5G ein. Ersteigert hatte die Telekom dieses Spektrum ursprünglich für die Nutzung ab dem Jahr 2021. Gegenwärtig wurden so über 12.000 Antennen für 5G fit gemacht. Bis Ende des Jahres werden es 40.000 Antennen sein.

Auch Vodafone will deutschlandweit 5G haben. "Mit unserer 5G-Ausbaustrategie bilden wir bereits ganz Deutschland ab", sagte Vodafone-Sprecher Tobias Krzossa Golem.de auf Anfrage.

In dem 700-MHz-Bereich, der zuvor für das digitale terrestrische Fernsehen DVB-T diente und im Jahr 2015 für rund 5 Milliarden Euro versteigert wurde, sind mit 5G Datenübertragungsraten von ungefähr 130 MBit/s (B20+N28) möglich. Diese Frequenz reicht jedoch weiter ins Land hinein und kommt besser in die Häuser. In diesem Jahr wird Vodafone die Mobilfunktechnologie an fast 8.000 Antennen aktivieren. Auch das ist kein 1 GBit/s und mehr.

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Signalisierungen benötigen Spektrum 
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RxyzrYT 21. Jul 2020

Also ich weiß nicht was für Handys ihr habt und wo ihr Lebt, aber selbst schuld wenn ihr...

0x4010 01. Jul 2020

Und diese Behauptung begründest du wie? LTE hat halt nur 20MHz pro Carrier. Wenn du...

M.P. 30. Jun 2020

Und für das Absetzen einer Textnachricht mit 150 Zeichen reicht LTE nicht?

McWiesel 30. Jun 2020

Es ist oft genug tatsächlich intelligent noch was Älteres zu teilweise deutlich...



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