Telekom: Unser Mobilfunknetz "hat noch Lücken"

Wo es nicht gelingt, Funklöcher zu schließen, hat laut Telekom immer die Bürokratie Schuld. Beim Umweltschutz habe man die Klimaziele verschärft.

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Wasserstoff- und Ammoniak-Brennstoffzellen statt Dieselgeneratoren im Mobilfunk
Wasserstoff- und Ammoniak-Brennstoffzellen statt Dieselgeneratoren im Mobilfunk (Bild: Deutsche Telekom)

Die Deutsche Telekom verfüge über ein "starkes, dichtes Netz, aber es hat noch Lücken". Das sagte Srini Gopalan, Vorstand Telekom Deutschland, am 14. Dezember 2021. "Jeder Call Drop ärgert die Menschen zu Recht", betonte Gopalan. Entlang der ICE-Strecke werde alle 2,5 Tage ein neuer Standort gebaut, entlang der Autobahnen komme alle 1,5 Tage ein neuer hinzu.

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An vier Beispielen legte Gopalan dar, dass die Telekom Funklöcher schließen wolle, aber dabei auf bürokratische Hindernisse stoße: "Im Westen Deutschlands wollen wir seit 7 Jahren über eine Anlage am Waldrand ein Funkloch schließen, doch wir warten auf die Genehmigung. Im Osten hat eine Kommune beim Naturschutz bereits zugestimmt, doch der Bauantrag wurde wegen Denkmalschutz abgelehnt. Im Süden Deutschlands wurde unsere Anlage abgelehnt, weil sie die Ästhetik an einem Schloss stören würde."

Auch mit der Deutschen Bahn spreche die Telekom oft: "Das Signal muss in den Wagen, es muss durch die Scheiben, es muss zu den Repeatern. In anderen Ländern geht das schneller", betonte Gopalan. Die Bahn arbeitet auch nach eigenen Angaben daran, dass Mobilfunksignale besser in den Innenraum der Züge kommen. Ein Hindernis für Funkempfang ist die Fensterscheibenbeschichtung für Wärme- und Sonnenschutz der Züge, die auch alle sonstigen elektromagnetischen Wellen reflektiert. Der Waggon wirkt so wie ein Faraday'scher Käfig. Die Lösung sind frequenzdurchlässige Scheiben. Die wärmeisolierende Metallschicht der Fenster wird dabei mit einem Laser so bearbeitet, dass sie für sämtliche Frequenzen von Funkwellen durchlässig wird. Dazu kommt das hohe Tempo der Züge, was ein ständiges Handover zwischen den Mobilfunkzellen erfordert. Im Juni 2021 hatten Telekom und Bahn hier Verbesserungen angekündigt.

Wasserstoff- und Ammoniak-Brennstoffzellen statt Dieselgeneratoren

Laut Claudia Nemat, Vorständin für Technologie und Innovation, hat die Telekom ihre Klimaziele verschärft. Die Herausforderung liege in steigenden Volumina beim Datenverkehr von über 25 Prozent pro Jahr, der Verdichtung des Netzes um 2.200 neue Mobilfunkstandorte und dem Ausbau aktiver Netzkomponenten für 1,2 Millionen Glasfaseranschlüsse. Tatsächlich verbraucht aber der Internetzugang über ein Kupferkabel für VDSL etwa fünfmal mehr Energie als der Netzzugang mit Glasfaserkabel. Vectoring benötigt aktive Technik in den Verteilerschränken. Jeder Schrank braucht eine Leistung zwischen 500 und 1.000 Watt. Im Vergleich dazu benötigen durchgehende Glasfaserleitungen bis in die Gebäude deutlich weniger Strom.

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Nemat sagte, im Festnetz würden energieineffiziente Komponenten entfernt, was durch die "IP-Transformation und Abschaltung der Altplattformen möglich wird. Dazu kommt das 3G-Retirement, die Nutzung von künstlicher Intelligenz in der Netzsteuerung."

Im Mobilfunk kommen bei Stromausfall bisher Dieselgeneratoren zum Einsatz. "Zusammen mit Gencell beginnen wird stattdessen Wasserstoff- und Ammoniak-Brennstoffzellen zu nutzen", erklärte Nemat.

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