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Telekom: Telefónica bekommt bessere Konditionen für fremde Glasfaser

Diesmal beteiligt sich Telefónica nicht am Netzausbau der Telekom. Doch der Konkurrent kann leichter Kunden im fremden FTTH -Netz gewinnen.
/ Achim Sawall
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Grafik zur Zusammenarbeit von Telekom und Telefónica (Bild: Deutsche Telekom)
Grafik zur Zusammenarbeit von Telekom und Telefónica Bild: Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom und O2 Telefónica arbeiten bei Glasfaser enger zusammen. Das gaben die Konzerne am 27. Juli 2024 bekannt.(öffnet im neuen Fenster) Laut einem Vertrag über ein neues Einkaufsmodell für die Vermarktung von Glasfaseranschlüssen im Netz der Telekom bekomme Telefónica nun die gleichen Ausgangsbedingungen wie der Netzbetreiber.

Telefónica verfügt in Deutschland über kein eigenes Festnetz. Kunden würden laut Telekom "genauso schnell angeschlossen werden wie die Kunden der Telekom" und erhielten "die gleichen Leistungen bei Betrieb und Entstörung des Glasfaseranschlusses" . Beide könnten ihre Tarife während der Vorvermarktungs- und Ausbauphase gleichzeitig anbieten.

Telekom-Konzernsprecher Johannes Maisack sagte Golem.de: "Die Telekom stellt der Telefónica, wie anderen Unternehmen auch, gegen Bezahlung Zugang zum Glasfasernetz zur Verfügung. Die Details dazu wurden in diesem Vertrag geregelt. Konkret geht es um Bit Stream Access als Vorleistungsprodukt. Die Telekom übernimmt komplett den Bau sowie den Betrieb des Netzes, dazu gehört auch der Anschluss in den Gebäuden und in den Wohnungen."

Telefónica-Sprecher Guido Heitmann betonte, dass man das fertige Produkt bei der Telekom einkaufe und sich "in keiner Form an den Bautätigkeiten der Telekom an ihrem Glasfasernetz beteiligt" .

Hauptverteiler: Eigenes Netz wurde abgebaut

Im Oktober 2020 ging die Telekom erstmals einen langfristigen Kooperationsvertrag zur Nutzung ihrer FTTH-Zugänge mit einem Konkurrenten ein, dies war Telefónica Deutschland. Die beiden ehemaligen Staatskonzerne verbindet gemeinsame Interessen. Mit Deutsche Glasfaser kann man sich dagegen nicht einigen.

Telefónica hatte im Mai 2013 angekündigt , VDSL- und Vectoring-Vorleistungsprodukte der Telekom zu nutzen und auch den Ausbau des Konkurrenten mitzufinanzieren. "Die Telekom kann so die Investitionsrisiken teilen und den weiteren Ausbau forcieren" , wurde dies begründet .

Im Großraum Hamburg unterhält Telefónica Deutschland bereits seit 2010 eine Kooperation mit dem City-Carrier Wilhelm.tel, dem das Festnetz von Hansenet/Alice verkauft wurde. Vom eigenen Festnetz hatte sich Telefónica im Jahr 2013 verabschiedet und baute seit dem Jahr 2015 kontinuierlich die eigenen Hauptverteiler zurück. Der Rückbau erfolgte bis Ende 2018 flächendeckend.


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