Telekom, SAP, Schwarz, Ionos, Siemens: Riesige KI-Rechenzentren in Europa von neuem Konsortium

SAP, Deutsche Telekom, Ionos, die Schwarz Gruppe und Siemens planen eine gemeinsame Bewerbung bei der Europäischen Union (EU) für riesige Rechenzentren für KI-Anwendungen. Es gebe intensive Gespräche, berichteten fünf Manager aus der Branche dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) .
Rolf Schumann, Chief Digital Officer der Schwarz Gruppe, sagte bei einer Podiumsdiskussion auf der Konferenz Technology Experience Convention (Tech) in Heilbronn: "Wir hoffen, dass wir alle zusammenbringen, die Sache hinbekommen und es gemeinsam durchziehen."
SAP-Vorstandsmitglied Thomas Saueressig sagte dem Handelsblatt: "Es geht nur in Partnerschaft, das ist ganz klar. Welches Modell das richtige ist, wird gerade diskutiert."
Einige wichtige Details sind noch offen, bevor die Frist für die erste Interessensbekundung am 20. Juni abläuft – etwa an welchen Standorten die Rechenzentren entstehen sollen. Die EU-Kommission schlägt den Bau von europaweit fünf KI-Gigafactories vor. Mit 100.000 oder mehr GPUs sollen sie sich für das Training großer Sprachmodelle eignen, wie sie etwa OpenAI als Grundlage für ChatGPT nutzt. Aktuell verfügen die größten Anlagen in Deutschland über lediglich 25.000 GPUs.
InvestAI von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen
Auf dem Aktionsgipfel zur künstlichen Intelligenz (KI) in Paris rief EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am 11. Februar 25 die Initiative InvestAI(öffnet im neuen Fenster) ins Leben, mit der 200 Milliarden Euro für Investitionen in KI mobilisiert werden sollten. Dazu gehört auch ein neuer europäischer Fonds in Höhe von 20 Milliarden Euro für KI-Gigafabriken.
Bis zu 35 Prozent der Investitionen kommen von den europäischen Steuerzahlern. "Es wird die weltweit größte öffentlich-private Partnerschaft für die Entwicklung vertrauenswürdiger KI sein" , erklärte von der Leyen auf X(öffnet im neuen Fenster) .
Reaktion auf Pläne der USA
Dies war eine Reaktion auf das Stargate-Projekt der USA mit einem geplanten Investitionsvolumen von mindestens 500 Milliarden US-Dollar über vier Jahre, das neben den Hauptakteuren OpenAI und Softbank von Oracle und MGX, einem Staatsfonds aus Abu Dhabi, finanziert wird. Bis zu 20 Rechenzentren sollen für Stargate gebaut werden.
OpenAI und Softbank werden jeweils 18 Milliarden US-Dollar in Stargate investieren. Oracle und MGX haben laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Person jeweils weitere 7 Milliarden US-Dollar zugesagt. Die EU könnte zwar versuchen, solche Strukturen mitzunutzen, wäre damit aber durch die Trump-Regierung erpressbar.



