Telekom: Erster 5G-Standalone-Datencall in Deutschland geschaltet
Die Deutsche Telekom hat an ihrem ersten 5G-Standalone-Standort erfolgreich einen Video-Call durchgeführt. Wie das Unternehmen bekanntgab(öffnet im neuen Fenster), erfolgte der Anruf über die Standalone-Antenne in Garching nach Bamberg in das Standalone-Core-Netz und von dort nach Bonn. Ericsson liefert den RAN-Anteil, der 5G-Core kommt von Nokia.
Warum die 1 Millisekunde Latenz nicht erreicht wird
In Garching lag die Reaktionszeit den Angaben zufolge bei 13 Millisekunden. Im Rahmen von Netz-Optimierungen werden diese zukünftig weiter reduziert. Der Wert von 1 Millisekunde Latenz war ohnehin nie für alle 5G-Netze geplant. Wie Michael Lemke, Senior Technology Principal bei dem Ausrüster Huawei, bereits im August 2019 sagte, war sie "nur für industrielle Anwendungen der Maschinensteuerung und Robotersteuerung gedacht, niemals für Outdoor oder als Anwendung im freien Feld".
Die aktuell in Deutschland eingesetzte 5G-Technologie basiert auf der Netzarchitektur 5G-Non-Standalone (5G NSA) und ist technisch auf ein 4G-Netz (LTE) angewiesen. 5G-NSA-Funknetze basieren auf dem bisherigen EPC-Kernnetz mit einem Zugangsnetz, das LTE mit 5G NR kombiniert. Das LTE-Netz wird für die Signalisierung und die Kontrollschicht eingesetzt. Einige Funktionen beruhen dabei noch auf dem 4G-Standard und nur die Datenübertragung erfolgt bereits über 5G. Mit 5G Standalone wird auch die Infrastruktur im Kernnetz vollständig auf eine neue, cloudbasierte 5G-Architektur umgerüstet. "5G-Standalone ist wichtig, um Technologien wie Network Slicing oder Edge Computing nutzen zu können", sagte Claudia Nemat, Vorstand Technologie und Innovation bei der Telekom. Aktuell gebe es noch keine Endgeräte für Kunden, die 5G Standalone unterstützen.

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