Wie der Konzern die millionenteuren Rechte finanziert
"Wir haben eine Mischkalkulation", antwortete Butzen auf die Frage nach den Finanzen. "Natürlich ist die Sub-Lizensierung an ARD und ZDF für uns ein sehr großer Faktor." 60 WM-Partien haben die beiden öffentlich-rechtlichen Sender von der Telekom erworben und bezahlen dafür geschätzte 150 Millionen Euro.
Die Sender wollen sich dazu nicht äußern. Offiziell ist nur, dass ARD und ZDF in einem komplexen Vertrag mit der Telekom je 30 WM-Spiele erhalten und im Gegenzug Rechte für die kommende Europameisterschaft im Wert von geschätzten 40 Millionen Euro an die Telekom abgegeben haben. "Alle wichtigen Spiele der Fußball-WM 2026 werden frei empfangbar im ZDF und in der ARD zu sehen sein", sagte ZDF-Intendant Norbert Himmler bei der Vertragsverkündung.
Lockmittel: Exklusive Spiele und prominentes Personal
Der Weiterverkauf, darunter auch Highlight-Rechte für diverse Portale, ist die wichtigste Einnahmequelle der Telekom. "Aber sowohl die Werbevermarktung als auch der Abo-Absatz sind wichtig", erklärte Butzen. "Bei der EM haben wir eine sechsstellige Anzahl von Kunden dazugewonnen, das sind also relevante Größen." Bereits vor zwei Jahren hatte die Telekom nach einem ähnlichen Deal mit ARD und ZDF als einziger Sender alle EM-Spiele gezeigt.
Wer kein Magenta-TV-Kunde ist, benötigt zwei Monate lang ein Abonnement, muss also 22 Euro für die WM bezahlen. Kunden des Magenta-Sport-Abonnements dürfen auch schauen, müssen sich allerdings über MagentaTV anmelden. Im Download liegen im Netz der Telekom Unterhaltungs- und Videodienste vorn: MagentaTV belegte im April den ersten Platz, gefolgt von Youtube, Netflix, Instagram und Amazon Prime. Beim Upload dominieren Cloud-Dienste, Zusammenarbeit und Kommunikation: Google Cloud führt die Rangliste an, gefolgt von Amazon Web Services, Microsoft Teams, iCloud und Whatsapp.
Um möglichst viele Menschen zu MagentaTV zu locken, hat der Konzern 44 Partien exklusiv für den eigenen Sender behalten und in prominentes Personal investiert(öffnet im neuen Fenster). Für Aufsehen sorgte die Telekom besonders bei der Verpflichtung der Experten Thomas Müller und Jürgen Klopp. Als dazu passender Marketing-Coup gilt zudem das Engagement von Tom Kaulitz. Für den Ehemann von Heidi Klum wurde die Rolle als Fan-Experte geschaffen.
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