Telekom-Chef: "Wir wollen unabhängiger sein von China"

Tim Höttges stellt auf der Hauptversammlung der Telekom Open RAN heraus. Tatsächlich ist man damit noch nicht so besonders weit.

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Telekom-Chef Tim Höttges spricht auf der Hauptversammlung 2022.
Telekom-Chef Tim Höttges spricht auf der Hauptversammlung 2022. (Bild: Deutsche Telekom/ Screenshot: Golem.de)

Deutsche-Telekom-Chef Tim Höttges hat sich auf der Hauptversammlung des Konzerns klar für Open RAN ausgesprochen, um unabhängiger von Huawei und anderen Ausrüstern zu werden. "Die Telekom arbeitet darum seit Jahren daran, unabhängiger zu werden, von einzelnen Lieferanten. Darum unterstützen wir das sogenannte Open RAN im Mobilfunk, eine offene Technologie. Die Antennen verschiedener Hersteller sind untereinander austauschbar", sagte Höttges am 7. April 2022. "Wir wollen auch unabhängiger sein von China. Und sind es schon. In Zukunft können wir auch Antennen anderswo kaufen. In Südkorea, in Japan, in den USA. Und weiterhin in Europa."

In der Wirklichkeit sieht das etwas anders aus: Im Kernnetz setzt die Telekom tatsächlich Huawei nicht mehr ein. Die Technik an den Funkmasten nennt man RAN. Diese Komponenten kommen bei der Telekom komplett von Huawei (70 Prozent) und Ericsson (30 Prozent).

Open RAN braucht noch Zeit

Die Telekom probiert erste Open-RAN-Stationen von Mavenir in Neubrandenburg aus, die aber noch nicht für Kunden nutzbar sind. Auch zur Performance macht die Telekom keine Angaben. Mavenir liefert dort die Basisbandsoftware für die 4G- und 5G-Distributed-Units (O-DU), Central-Units (O-CU) und die mMIMO-Funkeinheiten.

Open RAN bedeutet Cloud, virtualisierte Netzwerkelemente, White-Box-Hardware, Software zur Integration und standardisierte Schnittstellen. Auf proprietäre, hochentwickelte Chips der Ausrüster und die entsprechende Software muss verzichtet werden, weshalb man nicht auf dem aktuellsten Stand der Technik ist.

Die Telekom geht davon aus, dass "Open RAN bis 2023 einsatzfähig ist", hatte Claudia Nemat vom Vorstand des Netzbetreibers am 9. November 2021 erklärt. Falk Schroeder, Global Head Network Technology bei dem Berater Detecon International, der der Deutschen Telekom gehört, sagte am 6. April 2022 bei der Connected Germany in Mainz, die Telekom werde Open RAN ab 2024 breit in ländlichen Bereichen einsetzen.

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