Telekom-Chef: "Wir werden in unserer Heimatstadt Bonn überbaut"
Deutsche-Telekom-Chef Tim Höttges hat bei der Vorstellung der Quartalszahlen betont, dass die Darstellung "vom kleinen Anbieter, der von der großen Telekom überbaut werde" , falsch sei. Die Telekom werde gerade an ihrem Konzernsitz in Bonn von Westconnect, einer Tochter des Energieversorgers Eon überbaut, sagte er am 11. Mai 2023. "Der Ausbau mit Glasfaser ist dort durch die Telekom seit Jahren in vollem Gange."
Man habe im April 2020 die Ankündigung gemacht, in der ganzen Stadt für 150.000 Haushalte auszubauen. "Wir sind mittendrin, und vor vier Wochen kündigt Westconnect an, dass sie unser Netz hier in Bonn überbauen will" , sagte Höttges irritiert.
Wirtschaftsförderung machte Ausschreibung mit allen Betreibern
Tatsächlich hatten die Wirtschaftsförderung der Stadt Bonn und Westconnect bereits im März 2023(öffnet im neuen Fenster) eine Absichtsklärung und eine Ausbauvereinbarung über eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau abgeschlossen. "Das Ausbaugebiet erstreckt sich demnach linksrheinisch im Bonner Norden von Auerberg bis nach Pennenfeld im Bonner Süden. Mit diesem Vorhaben sollten rund 30.000 Adresspunkte mit insgesamt rund 106.000 Haushalten und Gewerbeeinheiten bis Ende 2025 mit einer Glasfaseranbindung von mindestens einem Gigabit erschlossen werden. Das entspreche rund 60 Prozent aller Bonner Haushalte und Gewerbeeinheiten."
Zuvor habe die Wirtschaftsförderung im Markterkundungsverfahren alle Telekommunikationsunternehmen nach der derzeitigen Verfügbarkeit an Bandbreite und deren eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbauabsichten im Stadtgebiet abgefragt und Sondierungsgespräche geführt.
Höttges sagte: "Ehrlich gesagt, so ist es nun mal mit dem Wettbewerb, wir lassen uns davon nicht beirren. Wir werden deswegen aber nicht aufhören unsere Infrastruktur in Bonn auszubauen. Er handelt sich beim Überbau um ein Rand-Phänomen im niedrigen einstelligen Prozentbereich" , betonte Höttges.
Nachtrag vom 11. Mai 2023, 16:46 Uhr
Ein Westconnect-Sprecher hat Golem.de auf Nachfrage gesagt, dass ein Überbau von FTTH-Netzen "keinesfalls das Bestreben" des Unternehmens sei. "Das erfolgt vor dem Hintergrund, dass Westconnect den Fokus auf den Ausbau von FTTH-Netzen legt, wo noch keine sind." Westconnect stehe für Open Access und freien Wettbewerb. Alle Telekommunikationsunternehmen könnten das Netz nutzen und den Endkunden eigene Dienste anbieten. Die Telekom setze dies bereits auf dem FTTC-Netz der Westconnect um.
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