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Telekom-Chef: Regulierung soll an schlechtem Glasfaserausbau schuld sein

Die anderen seien schuld, dass es kaum einen Ausbau der Haushalte mit Glasfaser durch die Telekom gebe - Timotheus Höttges hielt auf der Internetkonferenz DLD erneut eine aufgeregte Rede.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Timotheus Höttges auf der Internetkonferenz DLD in München
Timotheus Höttges auf der Internetkonferenz DLD in München (Bild: DLG 2018/Andreas Gebert/Picture Alliance)

Der Chef der Deutschen Telekom macht die Regulierung für den schlechten Glasfaserausbau zu privaten Haushalten in Deutschland verantwortlich. "Die Deutsche Telekom wird seit 20 Jahren reguliert - und jetzt beschweren sich die Leute, dass wir nicht genug in die Infrastruktur investierten", kritisierte Timotheus Höttges auf der Internetkonferenz DLD in München. Bisher hob Höttges immer die im Vergleich zu kleineren Konkurrenten hohen Investitionen der Telekom hervor.

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Der ursprüngliche Plan, dass auch andere Marktteilnehmer investieren würden, sei nicht aufgegangen. Solange es für sie günstiger sei, auf die Infrastruktur der Telekom zurückzugreifen, als eigene Netze aufzubauen, investierten diese nicht.

Laut Experten ist jedoch nicht die Regulierung die Ursache für den geringen Ausbau in Deutschland. Andere Staaten seien hier viel weiter als Deutschland, weil dort kommunale Betriebe das Netz errichteten und im Open Access verschiedenen Anbietern gegen Entgelt die Nutzung erlaubten. Das ergab eine Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung vom Mai 2017. In Estland hatten bereits 73 Prozent, in Schweden 56 Prozent, in Spanien 53 Prozent und in der Schweiz immerhin 27 Prozent der Haushalte direkt verfügbare Glasfaserverbindungen. In Deutschland hingegen galt das für lediglich 6,6 Prozent der Haushalte. Im ländlichen Bereich betrug die Abdeckung mit Glasfaserleitungen gerade einmal 1,4 Prozent.

Höttges: Europa hat Rennen verloren

Europa habe nach Einschätzung von Höttges keine Chance mehr, im Verbrauchergeschäft mit Onlineplattformen zu US-amerikanischen und chinesischen Firmen aufzuholen. Stattdessen müssten sich die Europäer auf das Internet der Dinge mit seinen vernetzten Geräten konzentrieren, sagte Höttges am Sonntag. Er forderte eine gelockerte Regulierung der Telekommunikationsbranche, um Investitionen in die Infrastruktur zu begünstigen.

"Ja, wir haben diese B2C-Plattformen für immer verloren, das ist meine Überzeugung", sagte Höttges. "Aber im Internet der Dinge, im Geschäft zwischen Unternehmen - hier liegt die Stärke Europas, hier haben wir etwas zu gewinnen." Er habe es satt, dass europäische Politiker und zum Teil auch Unternehmen "Meister im Beobachten" seien. Es sei an der Zeit, endlich zu handeln. Die wichtigste Forderung sei, den Telekom-Unternehmen mehr Frequenzspektrum für neue Dienste freizumachen: "Gebt uns Spektrum, wir brauchen Spektrum".

Zuvor hatte Höttges im Dezember 2017 bereits in einer betont emotional gehaltenen Rede auf der Jahrestagung des Bundesverbands Glasfaseranschluss (Buglas) versucht, den Rückstand bei FTTH/B zu rechtfertigen.



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