Telekom-Chef Höttges: "Deutschland ist heute nicht mehr das größte Geschäft"

Deutsche-Telekom-Chef Tim Höttges kann sich vorstellen, dass sein Nachfolger aus dem Ausland kommen wird. Das sagte Höttges im Gespräch mit der Welt(öffnet im neuen Fenster) . "Natürlich kann ein Manager, der nicht aus Deutschland kommt, die Telekom führen" . Die Telekom sei emanzipiert, weltoffen und divers. "Wir haben den Anspruch, international zu sein." Deutschland sei heute nicht mehr das größte Geschäft im Konzern. Zwei Drittel des Umsatzes würden im Ausland gemacht.
Die Telekom bezahle ihre Manager so, dass man die besten von ihnen bekomme, zu den Konditionen, die in den jeweiligen Ländern üblich seien. Das Gehalt sollte jedoch nicht der wichtigste Antriebsfaktor sein, sondern die Chance, etwas zu gestalten.
Höttges' Vertrag als Vorstandschef des Konzerns geht noch bis Ende 2023. Danach entscheidet der Aufsichtsrat, wie es weitergeht. Derzeit stelle sich also nicht die Frage nach der Verlängerung des Vertrages, sagte Höttges.
Srini Gopalan, im Vorstand der Telekom zuständig für das Deutschland-Geschäft, gilt intern als möglicher Nachfolger für Höttges . Gopalan leitet seit 2017 das Europageschäft der Telekom. Zuvor führte er das Privatkundengeschäft des indischen Telekommunikationsunternehmens Bharti Airtel. Dieses Unternehmen betreibt Netze in 18 Ländern in Asien und Afrika und hat seinen Hauptsitz in Neu-Delhi.
Gopalan arbeitete mehr als zehn Jahre in Großbritannien – zunächst beim Startup Capital One, danach wechselte er als Managing Director Marketing zu T-Mobile UK. Anschließend war der studierte Wirtschaftswissenschaftler drei Jahre lang Leiter der Privatkundensparte bei Vodafone Großbritannien.