Telekom-Chef: De-Mail ist ein "toter Gaul"

De-Mail sei nie wirklich genutzt worden, sagte der Telekom-Chef. Die Telekom verabschiedet sich von dem umstrittenen E-Mail-Dienst.

Artikel veröffentlicht am ,
Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG
Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG (Bild: Telekom)

"Einfach und rechtssicher mit Firmen und Behörden kommunizieren", bewirbt die Telekom De-Mail. Das E-Mail-Verschlüsselungssystem gibt es seit fast zehn Jahren. In einem Interview bezeichnete Telekom-Chef Timotheus Höttges De-Mail nun jedoch als "toten Gaul".

Stellenmarkt
  1. Dashboard Manager (m/w/d) - Vertriebssteuerung
    Mainova AG, Frankfurt am Main
  2. IT-Teamleiter (m/w/d) Netzwerk-Infrastruktur Inhouse
    STEMMER IMAGING AG, Puchheim
Detailsuche

De-Mail sei "überkompliziert" und trotz Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe habe es "nie jemanden gegeben, der dieses Produkt genutzt hat", sagte Höttges in einem Interview mit dem Youtuber Tilo Jung, über das der Spiegel berichtete. Das De-Mail-Projekt sei daher "eingestellt" worden.

Auf der Webseite der Telekom wird De-Mail jedoch weiter beworben. Auf Nachfrage des Spiegel teilte die Telekom mit, dass De-Mail "nicht weiter aktiv vermarktet" werde, Bestandskunden aber weiter versorgt würden. Das Angebot habe sich von Beginn an "nicht in der erhofften Geschwindigkeit entwickelt" und "bis heute kein wirtschaftliches Ergebnis erzielt".

Telekom war schon 2015 von De-Mail enttäuscht

Die Anzahl der Kunden wollte das Unternehmen auf Nachfrage des Spiegel nicht nennen. Bereits 2015 hatte die Telekom auf Nachfrage von Golem.de erklärt, dass "De-Mail sich nicht wie erhofft entwickelt" habe.

Golem Karrierewelt
  1. First Response auf Security Incidents: Ein-Tages-Workshop
    28.02.2023, Virtuell
  2. Certified Network Defender (CND): virtueller Fünf-Tage-Workshop
    06.-10.02.2023, Virtuell
Weitere IT-Trainings

"Unternehmen und Behörden waren beim Thema zögerlich mangels Privatkunden. Diese wiederum gingen nicht ins Thema, weil es zu wenige Anwendungen für den neuen Kommunikationskanal gab", sagte Telekom-Unternehmenssprecher Rainer Knirsch damals zu Golem.de. Daran hat sich offensichtlich nicht viel geändert.

Laut dem Spiegel-Bericht nimmt auch das Bundesinnenministerium seit zwei Jahren einen schleichenden Rückzug der Telekom aus dem De-Mail-System wahr. Behörden würden daher auf andere Anbieter zurückgreifen.

Kritik an De-Mail

De-Mail war ohnehin von Anfang an umstritten. Kritisiert wurde vor allem die fehlende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Linus Neumann vom Chaos Computer Club bezeichnete das System gar als "Bullshit Made in Germany", in Anlehnung an einen ähnlich lautenden Werbe-Slogan des Systems. So hätten beispielsweise Geheimdienste wie der BND weiterhin auf die angeblich sicheren E-Mails zugreifen können.

Eine Integration einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wurde lange Zeit vom Bundesinnenministerium und Anbietern wie der Telekom mit dem Verweis auf eine zu hohe Komplexität abgelehnt. 2015 wurde dann zwar mit PGP eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in De-Mail integriert, allerdings optional.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


IchHabDenRing 05. Mär 2021

Wurde die Adresse denn veröffentlicht von der Behörde - oder kennt die einfach nur der...

IchHabDenRing 05. Mär 2021

Diese Aussage kann man nicht fett genug unterstreichen!!! Kaum jemand scheint noch...

Max_85 02. Mär 2021

Danke für deinen Kommentar. Ich finde das als Kollege nicht gerade nett so über ein...

marcuslieder... 02. Mär 2021

Genau dann, wenn es um was "offizielles" geht nutze ich z.B. die DE-Mail sehr gerne...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Urheberrechtsverletzung
US-Marine muss Strafe an deutsche Firma bezahlen

Noch während der Lizenzverhandlungen installierte die US-Marine eine Software auf über 500.000 Rechnern. Sechs Jahre später muss sie dafür bezahlen.

Urheberrechtsverletzung: US-Marine muss Strafe an deutsche Firma bezahlen
Artikel
  1. Karmesin und Purpur: Nintendo entschuldigt sich für Probleme mit Pokémon
    Karmesin und Purpur
    Nintendo entschuldigt sich für Probleme mit Pokémon

    Schwache Grafik und trotzdem Ruckler: Viele Spieler ärgern sich über den technischen Zustand von Pokémon Karmesin/Purpur.

  2. Bayern: Arbeitszeit von mehr als 10 Stunden am Tag gefordert
    Bayern
    Arbeitszeit von mehr als 10 Stunden am Tag gefordert

    Die bayerische Arbeitsministerin plädiert für mehr Flexibilität am Arbeitsplatz und will mehr als zehn Stunden Arbeit pro Tag erlauben.

  3. EuGH: Google legt erneut Einspruch gegen Milliardenstrafe ein
    EuGH
    Google legt erneut Einspruch gegen Milliardenstrafe ein

    Google will keine 4,125 Milliarden Euro zahlen und zieht mit dem Fall vor den Europäischen Gerichthof. Es geht um Android.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 jetzt bestellbar • LG OLED TV (2022) 55" 120Hz 949€ • Mindstar: Geforce RTX 4080 1.449€ • Tiefstpreise: G.Skill 32GB Kitt DDR5-7200 • 351,99€ Crucial SSD 4TB 319€, HTC Vive Pro 2 659€ • Samsung Cyber Week • Top-TVs (2022) LG & Samsung über 40% günstiger [Werbung]
    •  /