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Telekom-Aktionärsversammlung: Höttges rät Kritikern: "Gehen Sie doch woanders hin"

Diese Kritik am Unternehmen will Konzernchef Tim Höttges auf der Aktionärsversammlung der Telekom nicht hören.
/ Achim Sawall
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Aktionärsversammlung am 1. April 2026: Tim Höttges weist Kritik zurück. (Bild: Deutsche Telekom / Screenshot: Golem.de)
Aktionärsversammlung am 1. April 2026: Tim Höttges weist Kritik zurück. Bild: Deutsche Telekom / Screenshot: Golem.de

"Wenn Sie nicht zufrieden sind mit unseren Diensten, und Millionen Kunden verlassen sich darauf, dann gehen Sie woanders hin." Mit diesen Worten hat Deutsche-Telekom-Chef Tim Höttges(öffnet im neuen Fenster) auf Äußerungen eines Sprechers des Dachverbands kritischer Aktionäre auf der Hauptversammlung des Konzerns am 1. April 2026 reagiert. Zudem passe die Kritik an vermeintlichen Verletzungen der Netzneutralität nicht zur Tagesordnung, sagte Höttges.

Thomas Lohninger von der Nichtregierungsorganisation Epicenter.works, der 217.7550 Aktien der kritischen Aktionäre vertrat, kritisierte bei der Veranstaltung das Peering(öffnet im neuen Fenster) der Telekom. Üblicherweise sind Peering-Vereinbarungen unentgeltlich, Daten fließen ungehindert zwischen Netzen und Geld wird für Settlement-free Peering nicht gezahlt.

Dies sei bei der Telekom anders: "Wer nicht bezahlt, ist im Netz der Telekom nur schlecht verfügbar" sagte Lohninger.

Er erklärte zu einem Streit aus dem Jahr 2020: "Wir reden hier nicht von kleinen Summen. Wie die Tagesschau berichtet hat(öffnet im neuen Fenster) , sprechen wir von hohen vierstelligen bis niedrig fünfstelligen Beträgen pro Monat für ein mittelständisches deutsches Unternehmen. Wir reden von den Deutschen Forschungsnetzen, die mitten in der Pandemie(öffnet im neuen Fenster) für die Studierenden im Lockdown nicht mehr erreichbar waren, weil die Telekom für die Zusammenschaltung mehr Geld wollte."

Vorwurf: Verletzung der Netzneutralität

Bei der Telekom funktioniere das Internet nur, wenn an beiden Enden Geld gezahlt werde, sagte Lohninger weiter. "Egal ob direkt für die Zusammenschaltung oder indirekt an einen Hoster, CDN, VPN oder Transitbetreiber, der die Telekom bezahlt – nur wenn Geld fließt, dann fließen die Daten ungehindert." Dies sei das Paradebeispiel für eine Verletzung der Netzneutralität.

Höttges widersprach Lohningers Äußerungen: "Ich bestreite diese Aussagen, die er getroffen hat." Die Telekom weise den Vorwurf, ihr Netz künstlich zu verknappen oder Datenströme irgendwo zu verlangsamen, ausdrücklich zurück.

Bei stark einseitigen Datenströmen sei eine vertragliche Verrechnung branchenübliche Praxis. Die Telekom gewinne sämtliche Netztests, was ein Beweis gegen die Vorwürfe sei, sagte Höttges.

Auch die Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) wirft der Telekom seit Januar 2025 ein Ausbremsen des Internets vor, wie auf einer Kampagnenseite zu lesen ist(öffnet im neuen Fenster) , die zusammen mit Aktivisten für digitale Bürgerrechte und der Stanford-Professorin Barbara von Schewig veröffentlicht wurde.

Die Telekom schaffe "künstliche Engpässe an den Zugängen zum Telekom-Netz" , lautet der Vorwurf. Finanzstarke Dienste, die die Telekom bezahlten, kämen schnell durch und funktionierten sehr gut. "Dienste, die sich das nicht leisten können, werden ausgebremst und laden oft langsam oder gar nicht" , heißt es weiter.


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