Telegram-Gründer: Russland rechnet mit Pawel Durow ab
Russland hat strafrechtliche Ermittlungen gegen den Gründer des Messengerdienstes Telegram, Pawel Durow, eingeleitet. Das geht aus einem ausführlichen Artikel in der Zeitung Rossijskaja gazeta(öffnet im neuen Fenster) vom 24. Februar 2026 hervor. Demnach erfolgen die Ermittlungen unter Absatz 1.1 von Paragraf 205.1 des russischen Strafgesetzbuches(öffnet im neuen Fenster) , der die Unterstützung terroristischer Aktivitäten unter Strafe stellt.
In dem Artikel erhebt die Zeitung unter Berufung auf Material des Inlandsgeheimdienstes FSB schwere Vorwürfe gegen Telegram. Seit Beginn des Ukrainekriegs sei "Telegram zum Hauptinstrument der Geheimdienste der Nato-Staaten und des Kiewer Regimes" geworden. "Abfangen von Koordinaten, Verkauf geheimer Informationen, Druck auf Militärangehörige und deren Familien, Sabotageakte und Terroranschläge – die Plattform schreckte vor nichts zurück und ermöglichte es westlichen Geheimdiensten, entsprechende Botnetze zu erstellen und zu steuern" , heißt es in dem Artikel.
Im Gegenzug weigere sich Durow, mit den russischen Behörden zusammenzuarbeiten und "illegale Inhalte" zu entfernen. Dem Bericht zufolge wurde Telegram seit 2022 für 33.000 Aktionen von Sabotage, Terrorismus und Extremismus genutzt.
Telegram als Sicherheitsrisiko eingestuft
Einem Bericht des britischen Guardian zufolge(öffnet im neuen Fenster) bestätigte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow die Ermittlungen. "Es wurden zahlreiche Verstöße und die mangelnde Bereitschaft der Telegram-Verwaltung zur Zusammenarbeit mit unseren Behörden festgestellt" , sagte Peskow und fügte hinzu: "Unsere zuständigen Behörden ergreifen die Maßnahmen, die sie für angemessen halten."
Erst wenige Tage zuvor hatte der FSB die von Millionen Russen genutzte Onlineplattform als Sicherheitsrisiko eingestuft. Das russische Militär habe durch die Nutzung des Messengers an der Front im Kampf gegen die ukrainischen Truppen wiederholt das Leben von Soldaten gefährdet.
Max soll Telegram ersetzen
Die Vorwürfe des FSB schüren in Russland einmal mehr Befürchtungen, dass das sehr beliebte soziale Netzwerk in dem Land bald abgeschaltet werden könnte. Für viele Russen ist Telegram der wichtigste Weg für den ungehinderten Zugang zu Informationen.
Der russische Machtapparat entwickelte den nationalen Messengerdienst Max, der Telegram, Whatsapp und andere Netzwerke ersetzen soll. Die App steht als Überwachungsinstrument in der Kritik, durch das Menschen nicht nur kontrolliert, sondern auch mit zensierten Inhalten und mit Propaganda gefüttert würden.
Nachtrag vom 24. Februar 2026, 17:10 Uhr
Durow reagierte mit einem Statement auf Telegram(öffnet im neuen Fenster) auf die Vorwürfe: "Jeden Tag erfinden die Behörden neue Vorwände, um den Zugang der Russen zu Telegram zu beschränken, da sie versuchen, das Recht auf Privatsphäre und freie Meinungsäußerung zu unterdrücken. Ein trauriges Schauspiel eines Staates, der Angst vor seinem eigenen Volk hat."
Hinweis: Der russischsprachige Artikel wurde mithilfe von Google Translate und Deepl ausgewertet.