Telefónica: Was bei Tesla geht, soll auch im Mobilfunk möglich sein

Telefónica-Deutschland-Chef Markus Haas will wie Tesla Anlagen ohne Baugenehmigung errichten können. Das sagte Haas im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) . "Wir wünschen uns eine Freistellung der Mobilfunkstandorte. Das heißt: Wir dürfen eine Mobilfunkstandort entlang einfacher, übergeordneter Regelungen an geeigneten Standorten bauen, und er wird erst danach abschließend genehmigt. Wenn die Genehmigung nicht erteilt werden kann, bauen wir den Standort zurück."
Tesla habe das in Brandenburg auch so gemacht: "Das neue Werk in Grünheide wurde gebaut, obwohl das Genehmigungsverfahren nicht abgeschlossen ist. Wenn das bei Tesla geht, muss das doch für das Mobilfunknetz auch gehen" , erklärte Haas. Tatsächlich verfügt Tesla aber über Teilgenehmigungen. Auch der Automobilkonzern muss alles zurückbauen, wenn am Ende die Genehmigung nicht erteilt werden kann.
Telefónica nutze nur fünf Typen von Mobilfunkantennen, sagte Haas. Derzeit würden rund 99 Prozent aller Standorte nach oftmals jahrelangen Verfahren schließlich ohnehin genehmigt. Eine Genehmigungsfiktion sei in anderen EU-Ländern wie Spanien bereits üblich. So könne man viel schneller arbeiten als mit den aufwendigen Ex-ante-Genehmigungsverfahren hierzulande.
Der Bau einer Funkstation habe "in anderen Ländern einen Planungszyklus von drei Monaten. Da sind wir in Deutschland im Schnitt bei über zwölf Monaten - auch wenn wir schon besser geworden sind. Das sind Standardantennen und -türme, die sehen überall gleich aus, egal ob sie in Thüringen, Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg gebaut werden" , sagte Haas bereits im Juli 2021 .