Telefónica: Mobilfunkanlagen sind gegen Stromausfälle gesichert

Laut dem Leiter Planung und Technik des Bayrischen Rundfunks, Helwin Lesch, ist Mobilfunk nicht für Ausfallsicherheit ausgebaut. Doch das stimmt so nicht.

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Nur-Blei-Batterien als Teil der USV bei Telefónica Deutschland
Nur-Blei-Batterien als Teil der USV bei Telefónica Deutschland (Bild: Telefónica Deutschland)

Telefónica hat dem Vorwurf des Bayrischen Rundfunks widersprochen, nach dem deutsche Mobilfunkanlagen nicht gegen Stromausfälle durch eine Flutkatastrophe wie im Juli 2021 im Westen Deutschlands gesichert seien. "Diese Sichtweise von Herrn Lesch ist so nicht korrekt: Grundsätzlich schützen wir unsere Mobilfunkanlagen gegen kurzzeitige Stromausfälle - mindestens mit leistungsfähigen Akkumulatoren, an wichtigen und größeren Standorten wie Netzknoten zudem zusätzlich unter anderem auch mit Diesel-Notstromaggregaten als Netzersatzanlage (NEA) bei längerfristigen Unterbrechungen der Energieversorgung", sagte Telefónica-Sprecher Jörg Borm.

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"Im Zuge der Flutkatastrophe haben wir die betroffenen Anlagen alle extrem schnell mit Stromerzeugern beziehungsweise Notstromaggregaten bestückt und so gleich wieder on Air gebracht. Das hat sehr gut funktioniert", erklärte Borm.

Alle 27.000 Standorte mit Dieselaggregaten auszufüllen, erfordere jedoch zu viel Personal. Auch müssten Dieselaggregate regelmäßig gewartet und getestet werden. Die Akkus würden permanent über die Systemtechnik gemäß ihrer Kennlinie geladen und im Rahmen der Wartungsintervalle überprüft, sagte Borm.

Für alle Mobilfunknetze in Deutschland gibt es für Stromausfälle und andere Katastrophenszenarien ein präventives und ein reaktives Krisenmanagement, um die Mobilfunk-Grundversorgung aufrecht zu erhalten.

Stromausfälle für eine längere Zeit überbrücken

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In einem anderen Mobilfunknetz in Deutschland sind die Standorte mit zentralen Steuerungselementen doppelt abgesichert, um Stromausfälle für eine längere Zeit überbrücken zu können - nämlich durch die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) durch den jeweiligen Energiedienstleister und durch eine Netzersatzanlage, hat Golem.de aus informierten Kreisen erfahren. Die Sammler- und Verteilungsstellen (Netzknotenpunkte) wiederum haben auf Grundlage des Batterie-Backup-Konzepts eine Batteriekapazität von zwei bis vier Stunden. Zudem sind alle Basisstationen, die die Mobilfunk-Grundversorgung vor Ort sicherstellen, mit einer Batteriekapazität von zunächst etwa einer Stunde ausgestattet.

Es bleibt also im Falle eines Stromausfalls Zeit, um etwa benzinbetriebene Notstrom-Aggregate in Betrieb zu nehmen und eine Mobilfunk-Grundversorgung aufrechtzuerhalten, wenn die Anlagen zugänglich bleiben.

Es werden bei einem längeren Stromausfall in einer Region nicht alle Mobilfunkstationen komplett am Netz bleiben, aber zumindest so viele, dass eine Grundversorgung sichergestellt ist. Denn es gibt es auch Konzepte zum Nachtanken oder Nachladen von Notstromaggregaten auf Basis von Diesel oder Gas.

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BR: Netzbetreiber haben angeblich keine Reserve

Laut dem Leiter Planung und Technik des Bayrischen Rundfunks, Helwin Lesch, hätten die Mobilfunkbetreiber bei jedem Standort nur die Rendite als einziges Ziel. Die 160 Sendeanlagen des BR seien in der Regel durch Diesel und ein Notstromaggregat abgesichert.

Bei den Mobilfunkplattformen sei dagegen "keine Reserve da. Da sind ein paar Kondensatoren, die noch eine Weile, ein paar Minuten vielleicht, das Ding am Leben halten", meinte Lesch. Der Weiterbetrieb sei laut Lesch schlicht nicht im Zielkorridor der Mobilfunkunternehmen, wozu es auch keine staatlichen Auflagen gebe.

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chefin 01. Okt 2021

Jo, was hast du gedacht? Meinst du wirklich das wir eine Chance haben, wenn die Natur...

chefin 01. Okt 2021

Was nutzt diese Regelung dem Verbraucher? Er hat bei Stromausfall für 60 Minuten...

johnripper 30. Sep 2021

Der Notruf geht dann über ein anderes Netz

Vögelchen 29. Sep 2021

Na ja, in den meisten Fällen ist die Dichte so, dass du nicht nur einen Mast empfängst...



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