Telefónica-Chef: Preiserhöhung macht nur wenige Cent pro Tag aus

Der Chef von Telefónica Deutschland, Markus Haas, hat die Preiserhöhungen des Netzbetreibers gerechtfertigt. Man erhöhe nicht einfach die Preise, "wir bieten dafür mehr Leistung" , sagte Haas der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) . Für Bestandskunden bleibe zudem alles gleich.
Der Preisaufschlag sei zudem nicht besonders stark. "Pro Tag ist das ein überschaubarer Betrag für jeden Neukunden, nämlich 5 bis 10 Cent mehr" , sagte Haas. Tatsächlich werden bei der Telefónica-Marke Blau die Basispreise der Prepaid-Allnet-Tarife angehoben. In allen Tarifen wird aber auch das enthaltene ungedrosselte Datenvolumen aufgestockt und die maximal mögliche Geschwindigkeit erhöht. Als weitere Neuerung gibt es einen App-Bonus. Alle 28 Tage gibt es zu allen drei Allnet-Tarifen 1 GByte ungedrosseltes Datenvolumen dazu.
"Die Kündigungsrate liegt bei historisch niedrigen rund ein Prozent im Monat, also rund 12 Prozent im Jahr" , erklärte Haas der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Mitte des vergangenen Jahrzehnts waren es noch 16 Prozent. Man habe seit 2020 ein Netz auf Augenhöhe mit der Konkurrenz, kommentierte er.
Im Frühjahr 2023 will Telefónica die Endkundenpreise für Mobilfunktarife erhöhen. Das sagte Haas am 9. Januar 2023 dem Handelsblatt . Er verkündete eine Preiserhöhung von maximal 10 Prozent. Für den Tarif Allnet S gilt das nicht, dieser steigt um 12,5 Prozent.
Die Deutsche Telekom teilte dem Handelsblatt mit, sich hinsichtlich möglicher Preiserhöhungen "alle Optionen" offen zu halten. Vodafone lehnte eine Stellungnahme ab.
Einer soll bei den Preiserhöhungen den Anfang machen
Auch die alternativen Glasfasernetzbetreiber in Deutschland würden gern die Preise erhöhen. Das erklärten die Teilnehmer des CEO-Panels auf den Fiberdays des Branchenverbands Breko bereits im Juni 2022 . Stefan Holighaus von DNS:Net berichtete von einer massiven Energiekostensteigerung in seinen Rechenzentren in Berlin. "Die Business Cases werden nicht rot, aber nächstes Jahr wird uns die Preissteigerung massiv einholen. Irgendwann werden wir beginnen, sie an die Kunden weiterzugeben."
Die Frage sei nur, "wer ist der erste, der sich aus der Deckung wagt" . Den verprügelten alle, auch die Kunden, und drei Monate später machten alle mit, sagte Holighaus, der Mitglied der Geschäftsleitung ist. "Wir haben es bisher nicht geschafft, Preissteigerungen durchzusetzen, nicht mal eine Inflationsbereinigung, da bin ich nicht so optimistisch" , wandte der Chef der Deutschen Glasfaser, Thorsten Dirks, ein.



