Telefonbetrug: Polizei durchsucht 12 Callcenter und verhaftet 21 Personen

Einsatzkräften aus Deutschland, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, dem Kosovo und dem Libanon ist im Rahmen einer gemeinsamen Strafverfolgungsoperation namens Pandora zusammen mit Europol ein bedeutender Schlag gegen ein großes Betrügernetzwerk gelungen. Bei einer am 18. April durchgeführten Razzia wurden insgesamt 12 Callcenter durchsucht und 21 Personen festgenommen.
Die genannten Callcenter seien einer Mitteilung von Europol(öffnet im neuen Fenster) zufolge Quelle Tausender täglicher Betrugsanrufe gewesen. "Die Methoden der Anrufer reichten von schockierenden gefälschten Polizeianrufen über überzeugenden Anlagebetrug bis hin zu herzzerreißenden Liebesbetrügereien" , erklärt die Behörde.
Mit einer Vielzahl von Manipulationstaktiken hätten die Betrüger ihre Opfer um ihre Ersparnisse gebracht. Dabei hätten sie sich häufig als nahe Verwandte, Bankangestellte, Kundenbetreuer oder Polizeibeamte ausgegeben und ihre Zielpersonen beispielsweise mit vermeintlichen Lotteriegewinnen, Investitionsmöglichkeiten, Inkassoforderungen, Prepaid-Kartenbetrug oder Schockanrufen konfrontiert.
Deutsche Beamte verfolgten Telefonate in Echtzeit
Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg nahm bezüglich der Ermittlungen eine besondere Rolle ein. Mehr als 100 deutsche Polizeibeamte hätten seit Dezember 2023 die Inhalte von über 1,3 Millionen betrügerischen Telefongesprächen gesichert, heißt es in einer Mitteilung des Innenministeriums von Baden-Württemberg(öffnet im neuen Fenster) .
Teilweise hätten die Einsatzkräfte bis zu 30 Gespräche gleichzeitig verfolgt, um die Vollendung der jeweiligen Straftaten zu verhindern und die potenziellen Opfer der Betrüger frühzeitig zu warnen. Dadurch sei es dem LKA gelungen, mehr als 80 Prozent der Straftaten sowie einen Gesamtschaden von über zehn Millionen Euro abzuwenden. Insgesamt führe das Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg zentrale Ermittlungen wegen mehr als 7.500 Anrufen.
Für die im April erfolgte Razzia seien mehr als 60 Beamte des LKA zusammen mit einem Team von Cyberspezialisten in mehrere Länder des Westbalkans und in den Libanon gereist, heißt es weiter. Vor Ort seien diese durch die nationalen Einsatzkräfte unterstützt worden. Je Einsatzort seien teilweise mehr als 100 Polizisten im Einsatz gewesen und umfangreiche Beweismittel sichergestellt worden - darunter Datenträger, Schriftstücke, Bargeld und Vermögenswerte in Höhe von einer Million Euro.



