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Telefonbetrug: Mit Lenny den Windows-Support bekämpfen

Telefonbetrug verursacht nach Angaben von Experten jährlich einen hohen Milliardenschaden für die Provider. Als Nutzer kann man sich häufig nicht dagegen wehren. Ein einfacher Chatbot treibt hingegen manche Telefon-Spammer zur Verzweiflung.

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Merve Sahin (re.) und Aurélien Francillon erläutern verschiedene Formen von Telefonbetrug.
Merve Sahin (re.) und Aurélien Francillon erläutern verschiedene Formen von Telefonbetrug. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Gelegentlich kann es durchaus Spaß machen, betrügerische angebliche Windows-Berater am Telefon so richtig auflaufen zu lassen, wie es Golem.de vor zwei Jahren einmal gemacht hat. Doch Telefonabzocke verursachte nach Darstellung der französischen Wissenschaftler Merve Sahin und Aurélien Francillon bei den Providern im Jahr 2015 einen Schaden von gut 38 Milliarden US-Dollar (PDF). Auf dem 35. Chaos Communication Congress (35C3) in Leipzig erläuterten die Experten die verschiedenen Formen von Telefonbetrug - und anhand des Chatbots Lenny, wie sich Nutzer dagegen wehren können.

Inhalt:
  1. Telefonbetrug: Mit Lenny den Windows-Support bekämpfen
  2. Chatbot ganz ohne KI und Spracherkennung

Eine wichtige Einnahmequelle für Betrüger ist dabei weiterhin der sogenannte International Revenue Share Fraud (IRSF). Dabei werden in der Regel Gespräche zu kostenpflichtigen Mehrwertdiensten im Ausland generiert, von denen die Betrüger einen Teil der Kosten erhalten. Die Gespräche erfolgen dabei unter anderem über gehackte Router oder Telefonanlagen, wie es im Jahr 2014 beispielsweise bei rund 50 Fritzbox-Modellen möglich war. Auch gestohlene Sim-Karten, SIP-Accounts oder gehackte Mobilgeräte werden dafür genutzt.

Problematisch sei dabei die einfache Anmietung der internationalen Mehrwertdienste (International Premium Rate Number, IPRN), berichteten die Forscher. Die Anbieter solcher Dienste stellten sogar Schnittstellen zur Verfügung, damit Betrüger die Nummern vorab testen könnten. Für den eigentlichen Betrug würden dann ähnliche Nummern bereitgestellt. Bei einer Analyse von mehr als einer Million Premiumnummern stachen zwei Provider hervor, die mehr als 500.000 beziehungsweise 400.000 solcher Nummern bereitstellten.

Provider leiten Gespräche auf Whatsapp um

Eine neuere Form des Telefonbetrugs nutzt den Forschern zufolge die weite Verbreitung sogenannter Over-the-Top-Dienste (OTT) wie Whatsapp, Viber, Facebook Messenger oder Skype. Hierbei greifen zwischengeschaltete Telefonanbieter auf die Möglichkeit zurück, normale Anrufe zwischen zwei Nutzern über solche Dienste umzuleiten. Obwohl ein Nutzer beispielsweise die Mobilfunknummer seines Gesprächspartners gewählt hat, wird der Anruf dennoch auf einen OTT-Dienst wie Whatsapp umgeleitet. Der Telefonanbieter erhält damit einen größeren Anteil an den Gesprächskosten, weil er beispielsweise den Roaming-Anbieter des Empfängers im Ausland umgeht. Dazu kooperiert er mit dem OTT-Dienst, beispielsweise für Viber In.

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Laut Sahin und Francillon hat das jedoch mehrere Nachteile für die Nutzer. So könne die Sprachqualität leiden oder das verbrauchte Datenvolumen berechnet werden. Ebenfalls könnten dadurch übliche Telefondienste wie Weiterleitung oder die Mailbox nicht genutzt werden. Eine Untersuchung der Forscher zeigte, dass diese Art der Umgehung in Europa inzwischen sehr weit verbreitet ist.

Für Testzwecke (PDF) wurden vier Android-Geräte in Frankreich aus sechs EU-Staaten sowie aus der Türkei und der Schweiz insgesamt mehr als 15.000 Mal angerufen. Dabei stammten die Sim-Karten von einem nicht-französischen Provider, so dass Roaming-Dienste genutzt werden mussten. Dabei wurden im Falle Spaniens 83 Prozent der Gespräche über OTT-Dienste umgeleitet. Es folgten die Türkei mit 72 Prozent, Großbritannien mit 61 Prozent, Italien mit 56 Prozent, die Niederlande mit 53 Prozent und Deutschland mit 42 Prozent. Lediglich Österreich und die Schweiz waren nicht betroffen.

Das Besondere dabei: Die Provider leiteten die Gespräche nicht nur auf OTT-Dienste, sondern nutzten dabei auch sogenannte Sim-Boxen. Dadurch erscheint auf dem Gerät des Angerufenen nicht die Nummer des Anrufers, sondern beispielsweise eine Rufnummer aus Russland. Der Analyse zufolge verwenden die Provider bisweilen sogar eine Kombination von Sim-Box- und OTT-Umleitung. Das heißt, beim Anrufer taucht dann auf Whatsapp ein Gespräch mit einer ihm völlig unbekannten Nummer auf. Laut Francillon können Nutzer jedoch die OTT-Umleitung in ihren Einstellungen deaktivieren. Schätzungen aus dem Jahr 2016 zufolge könnten den Providern auf diese Weise Verluste in Höhe von drei Milliarden US-Dollar im Jahr entstehen.

Chatbot ganz ohne KI und Spracherkennung 
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Eheran 02. Jan 2019

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Eheran 02. Jan 2019

Warum gibt es dann immer wieder Razien? Google sagt alleine in den letzten paar Wochen...

soeme 02. Jan 2019

Denk doch ein wenig über die Staatsgrenze hinaus - Ist ein befreiendes Gefühl

sovereign 29. Dez 2018

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Sharra 29. Dez 2018

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