Chatbot ganz ohne KI und Spracherkennung

Eine seit langem bekannte Art des Telefonärgernisses sind hingegen unerwünschte oder betrügerische Anrufe. In den USA würden monatlich 400.000 Spam-Anrufe registriert, in Frankreich seien es im Jahr 2017 rund 574.000 gewesen. Zuletzt verhängte die Bundesnetzagentur hohe Bußgelder wegen unerlaubter Telefonwerbung. Schon im März 2009 wurde daher der Chatbot Lenny ins Leben gerufen, der seitdem etliche Telefon-Spammer zur Verzweiflung getrieben hat. Wie gut das funktioniert, haben Sahin und Francillon bei der Analyse von Lenny-Dialogen ermittelt, die der aktuelle Lenny-Betreiber Mango auf einem Youtube-Kanal hochgeladen hat.

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Lenny hat die Stimme eines etwas zerstreut wirkenden älteren Australiers, der über 16 verschiedene, frei verwendbare Aussagen verfügt. Der Chatbot kommt dabei ohne jede Spracherkennung oder künstliche Intelligenz aus, sondern lässt die vermeintlichen Antworten immer dann los, wenn er eine Gesprächspause registriert. Dennoch dauerten die ausgewerteten Gespräche durchschnittlich mehr als zehn Minuten, berichteten die Forscher. In nur fünf Prozent der hochgeladenen Aufnahmen sei Lenny überhaupt als Bot enttarnt worden.

"Schlimmster Albtraum" der Telefon-Spammer

Das dürfte nach Ansicht der Forscher auch daran liegen, dass der Chatbot keine künstliche Stimme habe. In einem Reddit-Beitrag erläuterte der ursprüngliche Schöpfer, dass er für die Abfolge der Aussagen Werbeanrufe analysiert habe. Die Antworten sollten gleichzeitig interessiert und vage genug klingen, damit die Anrufer keinen Verdacht schöpften. Lenny sollte der "schlimmste Albtraum eines Telefonverkäufers" sein.

Besonders repräsentativ ist die Auswahl der untersuchten 200 Gespräche jedoch nicht. Der Lenny-Betreiber Mango sagte auf Anfrage des US-Magazins Motherboard, dass täglich 300 Anrufe auf seinen Chatbot weitergeleitet würden. "Die meisten Anrufe sind sehr kurz", sagt Mango. Nur ein bis zwei Prozent der Anrufe dauerten länger als zehn Minuten.

Betrüger mit Lenny ablenken

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Nach Ansicht von Sahin und Francillon können solche Chatbots dennoch ein "effektiver Weg" sein, um unerwünschte oder betrügerische Telefonwerbung zu bekämpfen. Wer nicht sofort bei einem Betrüger auflegt, sondern ihn mit einem Bot einige Minuten beschäftigt, verhindert damit, dass er in der Zwischenzeit einen argloseren Nutzer an die Strippe bekommt.

Einen vergleichbaren Chatbot für deutsche Nutzer scheint es bislang nicht zu geben. Allerdings gibt es im Netz Anleitungen, wie sich ein solcher Bot auf Asterisk-Telefonanlagen installieren lässt. Dann müssen deutsche Nutzer nur noch ihren Opa oder ihre Oma dazu bringen, die erforderlichen Soundbites einzusprechen.

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 Telefonbetrug: Mit Lenny den Windows-Support bekämpfen
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