Telefonanlagen: 8,2-Milliarden-Dollar-Buyout von Avaya gescheitert

Zwei Investmentfirmen haben sich beim Kauf von Avaya verspekuliert. Jetzt könnten Silver Lake Partners und Texas Pacific Group über 8 Milliarden US-Dollar verlieren - und 11.000 Beschäftigte ihren Job bei dem Telefonanlagenhersteller. Tenovis gehört zu Avaya.

Artikel veröffentlicht am ,
Sitz von Tenovis
Sitz von Tenovis (Bild: Tenovis)

Avaya prüft wegen einer Schuldenlast von 6 Milliarden US-Dollar ein Insolvenzverfahren nach Chapter 11. Das berichtet das Wall Street Journal aus informierten Kreisen. Der Anbieter von Telefonanlagen für Unternehmen und Callcenter-Software wurde im Jahr 2007 für 8,2 Milliarden US-Dollar von den Investmentfirmen Silver Lake Partners und Texas Pacific Group (TPG) gekauft und von der Börse genommen.

Stellenmarkt
  1. Testmanager (d/m/w) IT-Planung / Steuerung
    NÜRNBERGER Versicherung, Nürnberg
  2. Prozess- und Projektmanager (m/w/d)
    Radeberger Gruppe KG, Frankfurt am Main
Detailsuche

Das Unternehmen aus dem kalifornischen Santa Clara hat über 11.000 Beschäftigte und ist in Gesprächen mit den Geldgebern Blackstone Group, um seine Callcenter-Software-Sparte an Clayton Dubilier & Rice zu verkaufen. Avaya will sein Netzwerk- und Kommunikationsgeschäft neu ordnen, das sich von Hardware zu Software und Services entwickelt habe, erklärten informierte Kreise dem Wall Street Journal. Avaya bietet neben der Unternehmenstelefonie Produkte im Bereich Contact Center, Enterprise-Messaging, Audiokonferenzen und Hardwarewartung.

Avaya gehörte früher zur Technologiesparte des Telekommunikationskonzerns AT&T und wurde im Jahr 1996 als Teil von Lucent Technologies ausgegründet. Avaya wurde im Jahr 2000 eigenständig.

Verspekuliert

Bei der Übernahme durch TPG und Silver Lake war das Telefoniegeschäft mit Firmenkunden stabil, der Markt änderte sich durch VoIP grundlegend. Die konstanten Umsatzströme sollten genutzt werden, um den Bereich Callcenter-Software auszubauen.

Golem Akademie
  1. Webentwicklung mit React and Typescript: virtueller Fünf-Halbtage-Workshop
    6.–10. Dezember 2021, Virtuell
  2. Azure und AWS Cloudnutzung absichern: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    17.–18. März 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Doch in den folgenden Jahren gelang es Konkurrenten wie Cisco und Microsoft, Avaya Kunden abzunehmen. TPG und Silver Lake investierten weiter in die Übernahme eines Anteils der insolventen Nortel Networks für 915 Millionen US-Dollar und der Video-Conferencing-Firma Radvision im Jahr 2012 für 230 Millionen US-Dollar.

Avaya war einer der Sponsoren der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Die Firma hat in Deutschland durch den Kauf des Telekommunikationskonzern Tenovis im Jahr 2004 eine starke Basis mit Niederlassungen in Frankfurt am Main, München und Berlin. Die Zahl der Beschäftigten liegt unter 3.000.

Nachtrag vom 24. Januar 2017, 13:23 Uhr

Avaya hat nach Chapter 11 Insolvenz angemeldet, die Schuldenlast liegt bei rund 6,3 Milliarden US-Dollar.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Microsoft
Windows 11 verlangsamt SSDs wohl teils merklich

Viele Teile der Community messen schlechtere Werte im Vergleich zu Windows 10, wenn sie Windows 11 auf ihren SSDs verwenden.

Microsoft: Windows 11 verlangsamt SSDs wohl teils merklich
Artikel
  1. CoreELEC/LibreELEC: Smart-TV mal anders
    CoreELEC/LibreELEC
    Smart-TV mal anders

    Eine TV-Box Marke Eigenbau bringt Spaß und Gewissheit über unsere Daten. Die Linux-Distributionen CoreELEC und LibreELEC eignen sich da besonders.
    Eine Anleitung von Sebastian Hammer

  2. Weltraumteleskop: Hubble ist wieder im Einsatz
    Weltraumteleskop
    Hubble ist wieder im Einsatz

    Mit einer neuen Software sollen die Instrumente des Weltraumteleskops künftig auch trotz bestimmter Fehler weiter arbeiten.

  3. Ubisoft Blue Byte: Anno 1800 muss in die Verlängerung
    Ubisoft Blue Byte
    Anno 1800 muss in die Verlängerung

    Vorerst gibt es kein neues Anno und auch kein Die Siedler: Ubisoft Blue Byte kündigt für 2022 eine vierte Season für Anno 1800 an.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Acer-Monitore zu Bestpreisen (u. a. 27" FHD 165Hz OC 199€) • Kingston PCIe-SSD 1TB 69,90€ & 2TB 174,90€ • Samsung Smartphones & Watches günstiger • Saturn: Xiaomi Redmi Note 9 Pro 128GB 199€ • Alternate (u. a. Razer Opus Headset 69,99€) • Release: Halo Infinite 68,99€ [Werbung]
    •  /