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Telefonabzocke: Dirty Harry erklärt mein Windows für kaputt

Wieder einmal wollen mir Abzocker am Telefon weismachen, dass mein Windows-Rechner gehackt ist und sie ihn reparieren müssen. Jetzt lasse ich sie mal machen. Ein Erlebnisbericht.

Artikel von veröffentlicht am
Der Namensgeber für meinen Abzocker: Dirty Harry
Der Namensgeber für meinen Abzocker: Dirty Harry (Bild: Giulio Napolitano/AFP/Getty Images)

Die gesamte vergangene Woche haben mich Anrufer mit teils ellenlangen Nummern genervt. Einmal war es eine 0800er-Nummer, die ich geistesabwesend doch annahm. Prompt erklang eine Stimme mit deutlichem Akzent: Er sei ein Mitarbeiter Microsofts. Die Sicherheit meines Computers sei ernsthaft gefährdet. Seit mehreren Jahren treiben solche Abzocker ihr Unwesen, telefonieren weltweit Telefonlisten ab.

Inhalt:
  1. Telefonabzocke: Dirty Harry erklärt mein Windows für kaputt
  2. Ab in meinen Honigtopf!
  3. Hütchenspiele im Terminal
  4. Alles ist kaputt!

Die Masche ist immer die gleiche: Am Telefon meldet sich ein angeblicher Mitarbeiter von Microsoft und warnt, dass der Rechner kompromittiert sei. Er verlangt Zugriff auf den Computer per Fernwartungssoftware und will ihn reparieren. Wer sich auf die vermeintliche Hilfe einlässt, muss nicht nur einem Fremden Zugriff auf seinen Computer gewähren, sondern damit rechnen, dass die vermeintliche Sicherheitssoftware Trojaner und sonstige Schadsoftware enthält, wie zahlreiche Berichte im Internet belegen.

Offenbar lohnt sich die Masche der Scammer trotzdem immer noch. Ich habe einen von ihnen in meinen Honigtopf gelockt - und dabei lustige Dinge erlebt. Was ich dabei gelernt habe: Google hat mich gehackt, der Befehl "tree" scannt meinen Computer, und mit "color c" kann man Leute in Panik versetzen.

Am Samstag bin ich unaufmerksam

Schon vor einem Jahr hatte ich mit einem solchen Betrüger das zweifelhafte Vergnügen. Eigentlich hatte ich gehofft, mein damaliger Streich, den Anrufer auf ein Linux-System loszulassen, würde reichen, um meine Telefonnummer auf eine schwarze Liste zu setzen. Doch der neue ist wieder ahnungslos. Er möchte sich mit meiner eindeutigen Windows-ID-Nummer verifizieren. Genervt frage ich ihn, wie das denn sein könne, auf meinem Rechner laufe doch Linux. Nach einem kurzen "Oh" wird das Gespräch abrupt beendet.

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Offenbar geben die Betrüger aber nicht so leicht auf, oder der eine Telefonist weiß nicht, was der andere tut. Denn an den nächsten Tagen wiederholten sich die Anrufe mit jeweils wechselnden, aber ellenlangen Telefonnummern. Ich lasse immer das Telefon klingeln. Am Mittwoch, am Donnerstag und am Freitag. Doch am Samstag bin ich unaufmerksam. Diesmal erscheint eine nur fünfstellige Telefonnummer auf dem Display meines Telefons. Ich hebe geistesabwesend ab. Da ist er wieder, der freundliche, bestimmte und besorgte vorgebliche Microsoft-Mitarbeiter. Mein Rechner sei kompromittiert. Hacker aus Malaysia hätten von mir unbemerkt Schadsoftware installiert. Er wolle mir seine Hilfe anbieten.

Ich treffe eine schnelle Entscheidung. Eigentlich bin ich gerade dabei, Bärlauchpesto für das abendliche Spargelessen zu machen. Mir fällt aber ein, dass ich gerade ein frisches Windows 7 in einer virtuellen Maschine aufgesetzt habe. Die virtuelle Maschine ist im internen Netzwerk von Virtualbox per NAT isoliert. Es ist keine Software installiert, es liegen keine persönlichen Daten darin. Also könnte ich den Abzocker sich dort austoben lassen. Mal sehen, was passiert. "Oh nein", sage ich besorgt. "Was soll ich denn jetzt tun?"

Ab in meinen Honigtopf! 
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Subotai 20. Mai 2018

Ich hatte beim Lesen der ersten Zeilen ein Déjà vu, bis ich mir das Datum angeschaut...

quineloe 18. Mai 2018

https://www.youtube.com/watch?v=RkmEso5QMW0

Fuchur 18. Mai 2018

Hab den netten Inder, der so um die Sicherheit meines PCs besorgt war, mehrfach gebeten...

quineloe 18. Mai 2018

Er hat doch gar kein Telefonat aufgenommen, im Text steht dass er seinen bildschirm abfilmt.

Kurama 18. Mai 2018

Das hört sich alles exterm spaßig an! Ich setzt glaube ich auch mal eine entsprechende VM...


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