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Hackerschulungen im Knast

Wegen seiner Enthüllungen und der der anderen Phreaks musste AT&T seine gesamte Infrastruktur umstellen. Das muss AT&T mehrere Millionen US-Dollar gekostet haben. Seine erste Verurteilung 1972 wegen Unterschlagung von Telefongebühren brachten Draper fünf Jahre auf Bewährung ein. Zwei weitere Verhaftungen sollten folgen, die letzte 1978.

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"Dass sie mich in den Knast geschickt haben, haben sie vermutlich bereut", freut sich Captain Crunch. "Denn da habe ich meinen Mitinsassen das Telefon-Hacking beigebracht." Es sei ihm später nicht nur um das kostenlose Telefonieren gegangen, sagt Draper. Höchstens am Anfang. Das Telefonnetz war wie ein riesiger Computer, und er wollte ihn erforschen.

Er war mittlerweile nervös geworden, wenn er Männer in Anzug und Krawatte sah, denn er vermutete FBI-Agenten hinter jedem Anzugträger. Auch jetzt blickt er wieder an uns vorbei und mustert die Menschen, die vorbeigehen.

  • John Draper alias Captain Crunch im Interview mit Golem.de (Bild: Daniel Pook/Golem.de)
  • Diese Pfeife aus einer Cap'n-Crunch-Packung konnte zum Eindringen in alte Telefonnetze genutzt werden (Screenshot: Golem.de)
  • John Draper alias Captain Crunch
  • John Draper alias Captain Crunch
  • John Draper programmierte Easywriter - eine Textverarbeitung für den Apple II (Bild: Marcin Wichiary)
  • John Draper hat noch Pläne für die Zukunft
John Draper programmierte Easywriter - eine Textverarbeitung für den Apple II (Bild: Marcin Wichiary)

Arbeit für Apple und Ärger mit Jobs

Draper arbeitete später, das war schon zu Apple-Zeiten, für Jobs und Wozniak an einer Telefonplatine, dem sogenannten Charlie Board. Wozniak veränderte das Layout der Platine, ließ vier Chips entfernen. Draper programmierte die Software dafür. "The Woz" habe ihm damals Ärger eingehandelt, sagt Draper. Andere, die ihm Schwierigkeiten eingebracht haben, sind ein wiederkehrendes Thema in Captain Crunchs Geschichten. Woz habe die Platine eines Abends so programmiert, dass sie die ganze Nacht hindurch Steve Jobs' Telefonnummer wählte. "Als ich am nächsten Morgen ins Büro kam, hatte ich den Ärger", sagt Draper und kichert.

Er hat immer noch die Zeichnungen seines Entwurfs der Platine. "Vielleicht werde ich sie veröffentlichen. Mal sehen, ob die noch irgendjemanden interessieren."

Schneller als Bill Gates

Nach seiner letzten Verhaftung 1978 wurde er zu fünf Monaten offenem Vollzug mit anschließender Bewährung verurteilt. Wozniak und Jobs hatten ihn derweil damit beauftragt, einen Texteditor für ihre Apple-Rechner zu programmieren. Tagsüber arbeitete er im Büro daran, nachts schrieb er im Gefängnis Code auf Papier. Der Texteditor hieß Easywriter und war zunächst nur für Apple-Rechner erhältlich.

Dann trat IBM an ihn heran und beauftragte ihn mit einer Portierung auf das für IBM-PCs geplante Betriebssystem DOS. Draper erschrak: "Zuerst dachte ich, ich werde wieder verhaftet, denn sie trugen alle Anzüge." Die Portierung sei ganz schnell gegangen und die IBM-Leute seien davon und auch von der Geschwindigkeit von Easywriter beeindruckt gewesen. Bill Gates habe ebenfalls eine Textverarbeitung für IBM programmieren wollen. "Aber ich war schneller!"

 Ein kostenloses Selbstgespräch rund um die WeltDie endgültige Version der Lebensgeschichte des Captain Crunch 
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Konfuzius Peng 11. Okt 2012

Damals, als wir noch das Impulswahlverfahren hatten, konnte man bei einem Telefon...

fehlermelder 09. Okt 2012

Es war wohl eher die Faszination, mit Pfeiftönen Anlagen über das Telefon zu bedienen...

detructor15 09. Okt 2012

next up: Ada Lovelace / Charles Babbage, brauchen nur noch eine Zeitmaschine.

DY 09. Okt 2012

Natürlich weiß er was er da macht. Eine promotion Tour für seine kommende Biographie und...

Misdemeanor 09. Okt 2012

Ich finde das ganze Interview interessant, ein kluger Mensch, sehr sympathisch. Aber wenn...


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