Telefahren mit Vay: Carsharing ohne Parkplatzsuche

Die Autos des Startups Vay sollen ferngesteuert zum Fahrgast und danach wieder zurück fahren. Noch im Test, soll der Dienst bald in Hamburg starten.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Telefahren mit Vay: Noch ist ein Sicherheitsfahrer mit an Bord.
Telefahren mit Vay: Noch ist ein Sicherheitsfahrer mit an Bord. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

"Hallo! Erfreut, Sie zu treffen. Mein Name ist James, ich bin heute ihr Telefahrer", ertönt eine Stimme im Auto. "Alle System ein. Ok, fahren wir." Dann setzt sich das Elektroauto in Bewegung.

Inhalt:
  1. Telefahren mit Vay: Carsharing ohne Parkplatzsuche
  2. Fahrstand wie im Videospiel
  3. Vay will vor allem Außenbezirke von Städten bedienen

Auf dem Platz am Lenkrad sitzt jedoch nicht James, sondern Chris. Chris hält seine Hände so, dass er das Lenkrad jeden Moment ergreifen kann, er verfolgt aufmerksam den Verkehr, aber Chris' Füße stehen nicht auf den Pedalen. Er ist nur zur Sicherheit an Bord. Gefahren wird das Auto des Berliner Start-ups Vay von James, dem Telefahrer. Er chauffiert uns von einem großen Raum im Ullsteinhaus aus durch den Berliner Stadtteil Tempelhof.

Vay ist ein Mobilitätsstartup, dessen Geschäftsmodell zwischen herkömmlichen Carsharing-Diensten und autonomen Fahrdiensten angesiedelt ist. "Wir bringen das Auto zum Kunden, der dann selbst fährt", erläutert Daniel Buchmüller, SVP Engineering, Software bei Vay, im Gespräch mit Golem.de. "Das Tolle daran ist, wenn man am Ziel ankommt, steigt man aus, und das Auto wird wieder weggefahren. Man verbringt die Zeit damit, von A nach B zu fahren, und nicht damit, von A nach B zu fahren plus Parkplatzsuche."

Das gemietete Auto wird gebracht

Hier kommen James, Chris und andere Vay-Fahrer ins Spiel: Wird ein Auto per App angefordert, übernehmen sie aus einer Telefahrzentrale den Transfer des Fahrzeugs. Vorteil für die Kunden sei, dass der Dienst deutlich günstiger sei als ein Taxi oder ein Chauffeurdienst. Aber die große Unannehmlichkeit des konventionellen Carsharings, nämlich nach der Fahrt einen Parkplatz suchen zu müssen, entfällt. Das zumindest ist der Plan von Vay.

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Das Fahrzeug, in dem wir sitzen, ist ein eNiro des südkoreanischen Herstellers Kia. Nur wenig deutet auf die besondere Verwendung hin. "Unser Ansatz ist, dass das Auto wie ein ganz normales Auto verwendet werden kann. Das heißt, innen sieht man ihm seine Besonderheit eigentlich nicht", sagt Buchmüller. Schließlich sollen die Kunden das Fahrzeug auf ganz konventionelle Weise chauffieren.

Außen gibt es nur wenige Modifikationen: zwei Kameras an den A-Säulen und eine über der Windschutzscheibe sowie zwei Antennen auf dem Dach. Innen gibt es ein kleines Kästchen neben dem Lenkrad, das den Status der Telefahrsysteme anzeigt. Am auffälligsten ist noch der rote Notabschaltknopf in der Mittelkonsole. Die Steuerelektronik ist geschickt in der Bucht für das Reserverad unter dem Kofferraumboden versteckt.

  • Telefahren mit Vay: Sicherheitsfahrer Chris greift nur im Notfall ein. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Vay will einen Carsharing-Dienst anbieten, wobei Vay den Kunden das Auto ferngesteuert anliefern will. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das ferngesteuerte Auto ist ein Kia eNiro, das leicht modifiziert wurde. (Bild: Nina Völkel/Golem.de)
  • So verfügt das Fahrzeug über vier Kameras, für die nach vorne, ... (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • ...zur Seite ... (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... und nach hinten. Links und rechts der Kamera sind die Antennen für die Kommunikation mit dem Telefahrcenter. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Systeme für das Telefahren sind aktiv. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Während Chris in Bereitschaft ist, ... (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • ... wird das Auto aus dem Telefahrcenter gesteuert. (Bild: Vay)
Telefahren mit Vay: Sicherheitsfahrer Chris greift nur im Notfall ein. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Autonomes Fahren und die Zukunft der Mobilität

Allerdings ist momentan noch ein Sicherheitsfahrer an Bord unterwegs, wenn ein Telefahrer wie James ein Vay-Auto durch den Berliner Verkehr steuert. Um das Wohlbefinden der Insassen sicherzustellen, kommentiert der Telefahrer kommentiert ungewöhnliche Aktionen und Situationen. Etwa: "Da kommt ein Radfahrer. Ein Fußgänger will die Straße überqueren. Weitere Fußgänger kommen von links - und ein Bus auf der Gegenspur. Wir warten hier, damit er Platz hat", sagt James.

Die Fahrer werden eigens auf das Telefahren trainiert.

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Fahrstand wie im Videospiel 
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gan 04. Sep 2022 / Themenstart

Die Idee klingt nett, aber ich habe Zweifel, dass sich das rentiert. Gegenüber Taxis...

amagol 03. Sep 2022 / Themenstart

Korrekt, wenn ich von Zuhause losfahre ist das kein Problem. Wenn ich aber am Flughafen...

M.P. 03. Sep 2022 / Themenstart

Es kommt sicher auf das Tarifmodell an, wie diese Fahrzeuge eingesetzt werden ... Bei...

M.P. 03. Sep 2022 / Themenstart

Und zu welchem Preis im Vergleich zu Mietfahrzeugen und Taxis? Mehrkosten Technische...

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