Fahrstand wie im Videospiel

Jeder durchlaufe ein intensives Trainingsprogramm, erzählt Buchmüller. Viele sind aber ohnehin schon professionelle Fahrer. Chris etwa hat vorher bei einem Luxusauto-Unternehmen gearbeitet, wo er all die Autos gesteuert hat, von denen andere nur träumen, wie Ferrari oder Lamborghini.

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Bei Vay sitzt er abwechselnd als Sicherheitsfahrer im Auto oder steuert es fern. Es sei wichtig, beide Perspektiven zu kennen, sagt Buchmüller, um den Kollegen Feedback geben zu können. Einmal in der Woche treffen sich die Fahrer und besprechen beispielsweise schwierige Situationen, vor allem solche, in denen der Sicherheitsfahrer übernehmen muss.

Auch die eigene Anspannung wird dauernd durch Befragungen erfasst. Am Anfang sei für ihn die Rolle des Sicherheitsfahrers schwierig gewesen, erzählt Chris. Einfach nur im Auto zu sitzen, die Kontrolle an den Telefahrer abzugeben, aber in einem Notfall schnell zu übernehmen, sei ungewohnt. "Aber wenn man es oft genug macht, fühlt man sich sicher."

Nach spätestens einer Stunde ist Pause

Der Stress beim Telefahren sei ähnlich, wie der beim konventionellen Fahren im Auto - wobei der Telefahrer noch den Sicherheitsfahrer hat. "Aber man muss natürlich die ganze Zeit konzentriert sein. Wir fahren höchstens eine Stunde am Stück, dann machen wir Pause."

  • Telefahren mit Vay: Sicherheitsfahrer Chris greift nur im Notfall ein. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Vay will einen Carsharing-Dienst anbieten, wobei Vay den Kunden das Auto ferngesteuert anliefern will. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das ferngesteuerte Auto ist ein Kia eNiro, das leicht modifiziert wurde. (Bild: Nina Völkel/Golem.de)
  • So verfügt das Fahrzeug über vier Kameras, für die nach vorne, ... (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • ...zur Seite ... (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... und nach hinten. Links und rechts der Kamera sind die Antennen für die Kommunikation mit dem Telefahrcenter. (Bild: Werner Pluta/Golem.de)
  • Die Systeme für das Telefahren sind aktiv. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Während Chris in Bereitschaft ist, ... (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • ... wird das Auto aus dem Telefahrcenter gesteuert. (Bild: Vay)
Das ferngesteuerte Auto ist ein Kia eNiro, das leicht modifiziert wurde. (Bild: Nina Völkel/Golem.de)
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Die Telefahrstation, von der aus James das Auto steuert, sieht auf den ersten Blick nach einem Videospiel aus: James sitzt vor drei Monitoren, auf denen die Kamerabilder aus dem Auto dargestellt werden: der Blick durch die Windschutzscheibe und die beiden Seitenfenster. In den mittleren Bildschirm ist eine Rückspiegelansicht eingeklinkt, in die beiden seitlichen der Blick nach schräg hinten, die den Schulterblick ersetzen.

Auf dem Bildschirm sind zwei blaue Linien zu sehen, vergleichbar den Linien, die in einem normalen Auto in das Bild einer Rückfahrkamera eingeblendet werden. Sie entsprechen den Kanten. Querstriche zeigen Beschleunigung oder Verzögerung. In Zukunft sollen zudem andere Verkehrsteilnehmer, vor allem Fußgänger und Radfahrer, in den Videobildern markiert werden.

Am Anfang nutzte Vay Gaming-Hardware

Die ersten Prototypen seien noch Gaming-Hardware gewesen, erzählt Buchmüller. Inzwischen sind die Pedale und Lenkräder aber Industriestandard, also Komponenten, wie sie auch in einem echten Auto verbaut sind. Auf dem Kopf trägt James ein Headset für die Kommunikation mit dem Insassen und für die Mikrofone, die die Außengeräusche übertragen.

Der Rechner neben ihm sei auf dem Niveau eines Gaming-PC, sagt Buchmülller. Er müsse beispielsweise verlässlich Videosignale dekodieren und anzeigen. Vay arbeitet daran, dass das System zuverlässig und vor allem ohne Verzögerungen läuft. Schon die geringsten wären ein Problem.

Autonomes Fahren und die Zukunft der Mobilität

Denn die Telefahrer sind darauf angewiesen, dass alle Daten in Echtzeit zu ihnen in das Telefahrcenter kommen und ihre Eingaben ebenso in Echtzeit ins Fahrzeug. Die Datenübertragung läuft über den Mobilfunk.

Das sei aber nicht damit zu vergleichen, wie wir Mobilfunk oft im Auto erlebten, sagt Buchmüller. Vay arbeitet mit mehreren Netzbetreibern zusammen, um eine möglichst vollständige Netzabdeckung zu bekommen. Die Antennen sind sehr empfindlich und sitzen außen auf dem Fahrzeug und nicht im Innenraum, der ja weitgehend einem faradayschen Käfig entspricht.

In einer Nebenstraße bricht die Verbindung ab

Das verbessert die Datenübertragung immens, und doch - in einer Nebenstraße zwischen Häusern und unter Bäumen, ertönt plötzlich ein Warnsignal. Blitzschnell greift Chris nach dem Lenkrad und übernimmt die Kontrolle über das Fahrzeug. Grund für den Alarm war ein Abbruch in der Kommunikation.

Die Stelle auf der Teststrecke sei bekannt, erzählt Buchmüller. Hier komme es immer wieder zu Überschreitungen der Latenzzeit. Wie lang diese ist, darüber schweigt er sich ebenso aus wie über die Datenmengen, die übertragen werden. Der Umgang mit den Latenzen ist Bestandteil der Tests auf dieser Strecke und ist eine wichtige Komponente der Technologie von Vay.

Nach wenigen Augenblicken ertönt wieder James' Stimme. "Alle Systeme ein."

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 Telefahren mit Vay: Carsharing ohne ParkplatzsucheVay will vor allem Außenbezirke von Städten bedienen 
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gan 04. Sep 2022 / Themenstart

Die Idee klingt nett, aber ich habe Zweifel, dass sich das rentiert. Gegenüber Taxis...

amagol 03. Sep 2022 / Themenstart

Korrekt, wenn ich von Zuhause losfahre ist das kein Problem. Wenn ich aber am Flughafen...

M.P. 03. Sep 2022 / Themenstart

Es kommt sicher auf das Tarifmodell an, wie diese Fahrzeuge eingesetzt werden ... Bei...

M.P. 03. Sep 2022 / Themenstart

Und zu welchem Preis im Vergleich zu Mietfahrzeugen und Taxis? Mehrkosten Technische...

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