Telefónica Deutschland: Handover von LTE-Telefonaten nach UMTS realisiert

Telefónica Deutschland hat unter Realbedingungen nach eigener Aussage ein Telefonat aus dem LTE-Netz ohne Unterbrechungen in das UMTS-Mobilfunknetz übertragen. Das Telefonat konnte trotz Netzwechsel direkt weitergeführt werden.

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Mobilfunkantennen in Berlin
Mobilfunkantennen in Berlin (Bild: Andreas Rentz/Getty Images)

Bisher unterstützen LTE-Smartphones noch keine Telefonate über das LTE-Netz. Telefónica Deutschland arbeitet nun daran, dass das möglich wird und hat einen nahtlosen Wechsel in ein anderes Netz realisiert. Nach Angaben des Mobilfunknetzbetreibers hat noch kein anderer Anbieter eine solche Technik demonstriert. Üblicherweise werden LTE-Smartphones in das UMTS- oder GSM-Netz geschaltet, um darüber einen Sprachanruf durchzuführen.

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Für Sprachanrufe im LTE-Netz ist die noch sehr wenig verbreitete Technik VoLTE zuständig. Dabei wird eine VoIP-Verbindung über das LTE-Netz aufgebaut. Im Münchner Labor von Telefónica wurde ein Handover, also eine Übergabe des Gesprächs von VoLTE ins UMTS-Netz, durchgeführt, so dass das Telefonat als herkömmlicher Anruf weitergeführt wurde. Die Bedingungen sollen dabei denen in einem realen Mobilfunknetzwerk entsprochen haben. Beim Netzwechsel hat es laut Netzbetreiber keine Aussetzer gegeben.

Nach Aussage des Netzbetreibers ist das Handover vom LTE- ins UMTS-Netz vor allem im Auto wichtig. Ohne das Handover würden VoLTE-Telefonate abreißen, sobald das Fahrzeug den LTE-Funkbereich verlässt.

Komponenten verschiedener Lieferanten im Einsatz

Für das Handover aus dem LTE-Netz in eine benachbarte UMTS-Funkzelle nutzen die Techniker den SRVCC-Standard (Single Radio Voice Call Continuity). Telefónica soll weltweit der erste Netzbetreiber sein, der SRVCC mit Komponenten von mehreren verschiedenen Lieferanten demonstriert, wie es den realen Bedingungen in heutigen Mobilfunknetzen entspricht. Es kommen Endgeräte und Netzbauteile von mindestens sechs verschiedenen Herstellern zum Einsatz: Acme Packet, Ericsson, Huawei, Nokia Siemens Networks, Qualcomm und Sony Mobile.

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Dabei spiele Telefónica die Vorteile seiner komplett auf dem Internet-Protokoll (IP) basierenden Infrastruktur für Mobilfunk und Festnetz aus, heißt es vom Netzbetreiber. Momentan bauen die Techniker ein einheitliches Kernnetz für Telefonate in Festnetz und Mobilfunk auf, das ein gemeinsames IP Multimedia Subsystem (IMS) nutzt. Für die neuen VoLTE-Telefonate verwendet Telefónica denselben IMS Core, der bereits für die DSL-Telefonate von Millionen von Kunden im Einsatz ist. Außerdem wird dieselbe Mobilfunkteilnehmer-Datenbank genutzt, wie für die bisherigen Techniken GSM und UMTS.

"Telefónica zeigt damit erneut, dass wir zu den Vorreitern gehören. Unsere VoLTE-Technik ist weltweit führend und in Deutschland gehören wir zu den drei Anbietern, welche die leistungsstarken 800-MHz-Frequenzen für LTE nutzen, die als einzige eine flächendeckende Versorgung mit rasantem mobilem Internet ermöglichen", sagt René Schuster, CEO von Telefónica Deutschland. "Die O2-Kunden werden durch VoLTE mit Handover zu GSM und UMTS die höchstmögliche Tonqualität und Zuverlässigkeit für ihre Telefonate mit LTE-Smartphones bekommen."

Telefónica will die Technik auf dem Mobile World Congress Ende Februar 2013 in Barcelona vorstellen.

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