Telecom Infra Project: Telekom und Facebook arbeiten an Gigabit-Netzen

Auf dem Mobile World Congress Americas weiten Facebook und die Deutsche Telekom ihre Zusammenarbeit aus. Es geht um experimentelle Netzwerktechnik und mehr Geld für Startups in dem Bereich.

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Mark Zuckerberg auf dem MWC 2016
Mark Zuckerberg auf dem MWC 2016 (Bild: Albert Gea/Reuters)

Die Deutsche Telekom und Facebook wollen im Telecom Infra Project (TIP) Metronetze mit Gigabit-Übertragungsraten entwickeln, die zunächst das unlizenzierte 60-GHz-Band nutzen. Das gab die Telekom am 13. September 2017 auf der GSMA Mobile World Congress Americas in San Francisco bekannt. Es wird eine Netzwerkausrüstung für Anwendungen im Bereich Privat- und Geschäftskunden, Mobile Backhaul und Smart Cities entwickelt. Ziel sei es, mit einem radikal offenen Ansatz Netzinnovation voranzutreiben und Gerätekosten zu senken.

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Im ersten Schritt wurde eine neue Netz-Projektgruppe für das Millimeterband (mmWave) ins Leben gerufen, mit einem TIP Community Lab in Bonn. Darüber hinaus geht in Berlin das TIP Ecosystem Acceleration Center (TEAC) an den Start, das sich auf Netzinfrastruktur konzentriert. Weltweit gibt es nur sehr wenige Startups, die im Bereich Netzinfrastruktur arbeiten. Das TEAC Center in Berlin soll das verbessern. Es gibt in Deutschland nur drei große Netzwerkausrüster: Huawei, Ericsson und Nokia. Ericsson ist kein Festnetzausrüster.

Das Telecom Infra Project wurde beim Mobile World Congress 2016 in Barcelona gemeinsam von SK Telecom, Intel, Nokia, Facebook und der Telekom gestartet.

Telekom will radikalere Ansätze

"Ziel ist es, unseren Kunden die besten Netzdienste bereitzustellen und gleichzeitig für eine bessere Kapitaleffizienz zu sorgen", sagte Bruno Jacobfeuerborn, Chief Technology Officer der Deutschen Telekom. "Dazu brauchen wir radikalere Ansätze. Wir schätzen den Beitrag, den Facebook leistet, und freuen uns über die ausgezeichnete Zusammenarbeit im Rahmen von TIP und darüber hinaus."

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Facebook hatte im April 2016 auf seiner F8-Konferenz mit Terragraph und Aries zwei neue Systeme vorgestellt. Terragraph ist ein Funksystem für dicht besiedelte Städte. Aries hieß Facebooks Machbarkeitsstudie zur Unterstützung von Funksignalen in Gebieten mit einer geringen Bevölkerungsdichte.

Bei Terragraph werden in einem drahtlosen Multi-Node-System viele günstige Wigig-Access-Points entsprechend dem Standard IEEE 802.11ad eingesetzt, auch bekannt als Wireless Display. Dieser funkt im lizenzfreien 60-GHz-Band (Millimeterwellenfunk) und erreicht so deutlich höhere Datenraten als die etablierten WLAN-Standards 802.11ac. Der größte Nachteil von Funkverbindungen mit so hohen Frequenzen ist, dass sie Gegenstände nur sehr schlecht durchdringen können.

Das Terragraph-System soll optimiert sein für eine günstige Großserienproduktion, die unter den Preisen der üblichen Mobilfunkausrüstung liegen soll. Die Nodes müssen wegen der kurzen Reichweite in Städten in Abständen von 200 bis 250 Metern aufgestellt werden. Facebooks Techniker implementierten dabei reine IPv6-Nodes, SDN-ähnliche Cloud Controller und ein neues modulares Routing-Protokoll. Terragraph-Systeme sollen außen an Gebäuden angebracht werden, wo sie über das Ethernet in den Häusern angebunden werden.

Huawei erklärte vor über einem Jahr, es handele sich um Technik im prototypischen Forschungsstatus. Es seien keine bereits entwickelten Produkte oder kommerziell einsetzbare und installierbare Radiotechnologien.

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