Tele-Kompass: Ländliche Internetversorgung kaum verbessert
Statt der versprochenen 100 Prozent sind im ländlichen Bereich bis Ende 2018 nicht einmal 60 Prozent der Bürger mit 50 MBit/s versorgt. Das erklärte der VATM (Verband der Anbieter von Telekommunitations- und Mehrwertdiensten) am 17. Oktober 2018 bei der Vorstellung der Studie Tele-Kompass des Wirtschaftsinstituts IW Consult. "Das Vectoring-Versprechen der Telekom hat dem ländlichen Raum kaum etwas gebracht", sagte VATM-Präsident Martin Witt, der zum Management von United Internet gehört.
Für das neue Gigabit-Ziel der Bundesregierung liege ein Jahr nach der Wahl noch kein schlüssiges Konzept vor, betonte Witt. In der Studie heißt es: "Zwei Drittel der Haushalte in Deutschland sind bereits heute potenziell gigabitfähig, indem HFC-Infrastrukturen (Hybrid Fiber Coax) technologisch aufgerüstet wurden. Der Glasfaser-Ausbau bis zum Endkunden wird in diesen Netzen aufgrund der hohen Leistungsfähigkeit der Koaxialleitungen erst längerfristig notwendig sein. Entscheidend ist nun die zügige und wettbewerbsorientierte Erschließung des fehlenden Drittels von Haushalten und der unterversorgten Unternehmen."
Später Glasfaserausbau bei Hybrid Fiber Coax?
Der Glasfaser-Ausbau bis zum Endkunden werde in den HFC-Netzen aufgrund der hohen Leistungsfähigkeit der Koaxialleitungen erst längerfristig notwendig sein. Dem widersprach Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur: "Es reicht nicht, uns auf die Kabelnetze zu verlassen und drumherum noch etwas Glasfaser zu bauen". Homann weiß, dass im Kabelnetz oft zu viele Haushalte an einem Node oder Cluster hängen und sich die Kapazität teilen müssen. Daher kann das Kabelnetz echte Glasfaser nicht ersetzen. Im VATM sind die führenden Firmen die United Internet, Vodafone, Deutsche Glasfaser, EWE TEL, Freenet oder Telefónica Deutschland.
Der Ausbau auf Basis der heutigen Situation soll bis zum Jahr 2025 voraussichtlich nicht abgeschlossen sein, weil die Planungs- und Tiefbaukapazitäten für einen schnelleren Ausbau nicht ausreichen. Diese Kapazitätslimitierung bedeutet, dass der Ausbau nach einer funktionalen Priorisierung erfolgen und wesentlich vereinfacht werden muss. Je wichtiger Gigabitfähigkeit für eine Region ist, desto schneller muss dort ausgebaut werden.
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