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Tele Columbus und Primacom: Sendersortierung der Kabelnetzbetreiber in der Kritik

Tele Columbus und Primacom sollen eine ungerechte Sendersortierung haben. Die Medienaufsicht wird deswegen jetzt aktiv.
/ Achim Sawall
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Dose von Kabel Deutschland (Bild: Kabel Deutschland)
Dose von Kabel Deutschland Bild: Kabel Deutschland

Die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Medienanstalten (ZAK) kritisiert die Sendersortierung in den Kabelfernsehangeboten von Tele Columbus und Primacom. Die Sortierlogik führe in beiden Fällen zu einer Ungleichbehandlung der Angebote im Kabel, teilten(öffnet im neuen Fenster) die Medienanstalten der Länder am 15. September 2015 mit. Tele Columbus hatte im Juli erklärt, den Konkurrenten Primacom zu übernehmen. Der Kaufpreis betrug 711 Millionen Euro.

Programme eines Genres würden in unterschiedlichen Bereichen der Liste aufgeführt und dadurch unterschiedlich behandelt, ohne dass eine Rechtfertigung dafür erkennbar sei, so der Vorwurf. Es entsteht dadurch die Frage, ob die Netzbetreiber vielleicht bestimmte Sender gegen Geldzahlungen in den Sendelisten bevorzugen könnten. Angaben zu den möglichen Gründen der Kabelnetzbetreiber für die Sortierung machte die ZAK nicht.

Beide Unternehmen sollen nun eine "den medienrechtlichen Vorgaben entsprechende, nachvollziehbare neue Sortierlogik" vorlegen.

Jürgen Brautmeier, Vorsitzender der ZAK, sagte, nur ein Bruchteil der Receiver werde auch vom Plattformanbieter selbst ausgegeben und sei daher von der ZAK-Entscheidung erfasst. Die im Handel frei erhältlichen Geräte würden also von den Regelungen der Plattformregulierung gar nicht betroffen. "Das führt im Ergebnis zu unterschiedlichen Sortierungen und ist für Sender wie für Zuschauer nicht optimal" . Brautmeier sagte, die Medienanstalten forderten daher schon länger eine Anpassung der Bestimmungen des Rundfunkstaatsvertrages in dem Bereich.

Die Benutzeroberfläche eines Kabelnetzbetreibers habe erheblichen Einfluss auf die Auffindbarkeit von Fernsehprogrammen durch die Zuschauer. Da laut Digitalisierungsbericht 2014 ein Großteil der Nutzer die Reihenfolge der vorbelegten elektronischen Programmführer nicht ändere, sei die Bedeutung der Sortierung der Sender umso größer.


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