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Tele Columbus: Kabelnetzbetreiber überbaut sein Docsis-Netz mit Glasfaser

Technikchef Michael Fränkle hat nichts gegen Überbau, solange es das eigene Netz ist. Tele Columbus werde vom Fernsehnetzanbieter zum ISP.
/ Achim Sawall
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v.l.n.r.: Frederic Ufer (VATM), Markus Hendrich (Ecotel), Michael Fränkle (Tele Columbus) und Jan Budden (Deutsche Giganetz) (Bild: Achim Sawall/Golem.de)
v.l.n.r.: Frederic Ufer (VATM), Markus Hendrich (Ecotel), Michael Fränkle (Tele Columbus) und Jan Budden (Deutsche Giganetz) Bild: Achim Sawall/Golem.de

Der Kabelnetzbetreiber Tele Columbus ist dabei, sein eigenes Koaxialkabelnetz mit Glasfaser zu überbauen. "Stichwort Überbau: Wir überbauen uns selbst" , sagte Michael Fränkle, Chief Technology Officer und Vorstand bei Tele Columbus am 20. Februar 2024 beim VATM-Tele-Kompass in Berlin. Man nehme "etwas Altes weg, um etwas Neues zu schaffen" , betonte der renommierte Technikchef, der schon bei M-net in München und TDC in Dänemark erfolgreich tätig war.

Der Branchenveteran machte in drei Minuten auf dem Podium klarere Aussagen zur Ausbaustrategie von Tele Columbus als der zweitgrößte Kabelnetzbetreiber in den vergangenen drei Jahren, sagte ein Brancheninsider Golem.de. Fränkle erklärte: "Unser Geschäft ist Infrastruktur im besten Sinne und unser Job ist eine Infrastruktur, die früher gut war, jetzt zu konvertieren zu Glasfaser. Unser Schwerpunkt sind urbane Gebiete, die Achse Berlin, München, Hamburg, Frankfurt."

Zum Kabelnetzstandard Docsis 4.0 hat sich Tele Columbus nicht positioniert

Für die Tele-Columbus-Gruppe ist München nach Berlin das zweitgrößte Stadtnetz, das mit Docsis 3.1 auf Gigabit aufgerüstet wird. Bundesweit versorgt man nach früheren Aussagen knapp 2,3 Millionen Haushalte. Tele Columbus kündigte im August 2019 den Ausbau mit Docsis 3.1 in Berlin an. Danach trieb man den Kabelnetzstandard aber jahrelang kaum weiter voran. Erst im Dezember 2021 wurde wieder erklärt, dass der überwiegende Teil der Haushalte auf Gigabitbandbreite ausgebaut werden solle. Zum neuen Kabelnetzstandard Docsis 4.0 hat man sich nie wirklich positioniert.

Für die Wohnungswirtschaft werde die "Docsis-Infrastruktur in Glasfaser-Infrastruktur konvertiert" , sagte Fränkle weiter. "Da braucht es starke Partner, die wir haben." Dazu komme die Expertise von Tele Columbus "vor allem für mittelständische Infrastruktur" , womit Fränkle die Wohnungswirtschaft meinte. Das Geschäft seien viele handwerkliche Arbeiten in der Netzebene 3 und 4. Man migriere auch das klassische Geschäft eines Fernsehbetreibernetzes in Richtung eines ISP, sagte Fränkle. "Wir wollen Wettbewerb. Open Access ist unser Geschäft" , erklärte er.


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