Tele Columbus: Kabelnetz wird erstmals freiwillig geöffnet
Tele Columbus und Telefónica Deutschland haben ihre Kooperation begonnen. Das gaben die Partner am 14. Juli 2021 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Die Verhandlungen zwischen dem zweitgrößten Kabelnetzbetreiber und dem spanischen Mobilfunkbetreiber liefen mindestens seit Oktober 2019.
"Die diskriminierungsfreie Öffnung unserer Netze ist ein wichtiger Bestandteil unserer Fiber-Champion-Strategie" , erklärte Daniel Ritz, Chief Executive Officer und Vorstandsvorsitzender von Tele Columbus.
Die Betreiber von Kabelnetzen stellen bisher kaum Vorleistungsprodukte bereit, auf denen Dritte Breitbandanschlüsse anbieten können. Das steht im Jahresbericht 2020 der Bundesnetzagentur, der im Mai 2021 vorgestellt wurde.
"Der Anteil der Außenumsatzerlöse mit Vorleistungen lag bei etwa zwei Prozent" , erklärte die Behörde zu den Einnahmen der HFC-Netzbetreiber. "Mittlerweile gewähren Vodafone und Tele Columbus der Telefónica Zugang zu ihren HFC-Netzen, Erstere als Folge der Verpflichtungszusage im Fusionskontrollverfahren Vodafone/Certain Liberty Assets (Unitymedia), Letztere auf freiwilliger Basis" , berichtet die Regulierungsbehörde.
Vodafone: Kabelnetz nur langsam geöffnet
Seit November 2020 vertreibt Telefónica in einzelnen O2-Shops Kabelanschlüsse im Netz von Vodafone. Vodafone vermietet an Telefónica aber ausschließlich Kabelanschlüsse mit niedrigen Geschwindigkeiten von maximal 300 MBit/s. Bei den Angeboten hat man sich auf bis zu 250 MBit/s geeinigt.
Die Vereinbarung mit Tele Columbus wird es dagegen erlauben, O2-Kunden Datengeschwindigkeiten von bis zu 1 GBit/s im Download bereitzustellen. Doch um das zu bieten, muss Tele Columbus Docsis 3.1 ausbauen, wobei der Kabelnetzbetreiber noch weit zurückliegt.
Tele Columbus hatte im August 2019 den Ausbau mit Docsis 3.1 nur in Berlin angekündigt(öffnet im neuen Fenster) . Danach wurde kein weiterer Ausbauschritt bekannt gegeben.
"Mehr wurde noch nicht angekündigt, weil der Ausbau noch nicht vollständig abgeschlossen ist" , räumte Dietmar Pöltl, Chief Technology Officer von Tele Columbus, im November 2020 ein: "Wir bauen Docsis 3.1 aktiv weiter aus. So werden Produkte möglich, die bis 300 MBit/s im Upstream hochgehen können."
Berlin und München sind nach früheren Aussagen die größten Märkte des Kabelnetzbetreibers, mit zusammen knapp einer Million angeschlossener Haushalte. Dazu kommen die ostdeutschen Bundesländer, wo mehr als 50 Prozent der Kabelhaushalte versorgt werden. In Städten wie Leipzig, Erfurt oder Halle sieht sich Tele Columbus als Marktführer.
Der Tarif O2 MyHome XXL mit einer Download-Bandbreite von bis zu 1 GBit/s ist im Docsis-3.1-Ausbaugebiet von Tele Columbus verfügbar. Im Upload werden bis zu 200 MBit/s angeboten.
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