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Im Shintoismus können auch Roboter beseelt sein

Die meisten Japaner bekennen sich zu gleich zwei Religionen: dem Buddhismus und dem Shintoismus. Je nach Lebenssituation praktizieren sie die eine oder andere Religion. So sind etwa Hochzeiten typischerweise shintoistisch, Beerdigungen buddhistisch. Der Shintoismus ist für Themen des Diesseits wie Erfolg, Glück und Liebe zuständig. Der Buddhismus gibt eher Antworten auf Fragen nach dem Lebenssinn und Hilfe beim Umgang mit dem Tod. Die Aufteilung ist nicht ganz strikt, aber häufig in etwa so anzutreffen.

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Während der Buddhismus aus China nach Japan kam, hat der Shintoismus seine Wurzeln in Japan selbst. Er ist eine Art Naturreligion, die unzählige Götter und Geister kennt, die Kami genannt werden. Kami können überall sein - in Wäldern, Flüssen, Seen und Bergen, aber auch in Steinen, Schwertern, Schreinen, de facto in jedem Gegenstand; sogar in einem Computer oder Roboter.

Der Shintoismus fußt also auf der Vorstellung, dass sich potenziell in allen Dingen Geister befinden können. Grundlage hierfür ist die Philosophie des Animismus, der davon ausgeht, dass alles auf der Welt lebendig oder beseelt ist und auch anorganische Materie eine Art von Bewusstsein haben kann. Der Animismus war auch im vorchristlichen Europa lange Zeit weit verbreitet und ist heute oft in schamanistischen Religionen anzutreffen. Eine verwandte Philosophie ist der Panpsychismus.

Der Shintoismus ist eine Religion, die Aspekte des Animismus und des Panpsychismus mit vielen volkstümlichen Mythen, bildlichen Metaphern und Aberglauben kombiniert. Er fordert einen respektvollen Umgang mit der Natur als Ganzes, aber auch mit bestimmten Gegenständen. Denn wenn sie eine Art von Bewusstsein haben, verdienen auch sie Verehrung und Respekt.

Aus Sicht des Shintoismus ist also die Vorstellung, dass Roboter beseelt sein können und Respekt verdienen, nicht ungewöhnlich. Von hier aus ist es nur noch ein kleiner Schritt, sich vorzustellen, dass Menschen mit humanoiden Robotern oder Roboterhaustieren eine emotionale Beziehung eingehen können.

Dann gibt es da auch noch den Astro Boy

In der Meiji-Epoche wurde also das Fundament für den industriellen, wissenschaftlichen und technologischen Aufstieg Japans gelegt und damit auch für die Roboter-Industrie. Der Shintoismus erklärt, warum Japaner mit humanoiden Robotern und Haustierrobotern eine emotionale Beziehung eingehen können. Und dann gibt es noch: Astro Boy.

Astro Boy (japanisch: Tetsuwan Atomu) ist ein Manga von Osamu Tezuka aus den 1950er und 1960er Jahren und mit über 100 Millionen verkauften Exemplaren einer der Bestseller in diesem Genree. Die Geschichte handelt von einem Roboterjungen, der von einem Dr. Tenma als Ersatz für seinen verunglückten Sohn Tobio geschaffen wurde. Über Umwege kommt Astro Boy zu Professor Ochanomizu, Chef des Ministeriums der Wissenschaften, der sich liebevoll um ihn kümmert und erkennt, dass Astro Boy über große Kräfte verfügt. Der Roboterjunge wird zum Superhelden, der Kriminelle, Invasoren und andere Bösewichte bekämpft.

Astro Boy ist ein Pionier des Roboter-Manga-Genre. Auf ihn folgten weitere erfolgreiche Mangas beziehungsweise Animes, wie etwa Ghost in the Shell und Battle Alita: Battle Angel. Auch in dem Manga Dragon Ball, das in Deutschland sehr bekannt ist, tauchen empfindsame Androiden und Cyborgs als wichtige Figuren auf, wie beispielsweise C16, C17 und C18.

Die Popularität von Robotern in Mangas hat die Begeisterung der Japaner für die Maschinen zusätzlich erhöht - und aus den heranwachsenden Fans wurde der eine oder andere große Roboterwissenschaftler. Einer dieser Wissenschaftler ist Tomotaka Takahashi, Entwickler des Roboters Kirobo, des ersten sprechenden Roboters, der als Unterhaltungsgefährte mit Astronauten in den Weltraum flog. In einem Interview sagte Takahashi über sich selbst, dass seine Begeisterung für Roboter im Alter von sechs Jahren nach dem Lesen des Mangas Astro Boy entfacht wurde.

Beim visuellen Design von Androiden spielen Mangas auch eine Rolle. Viele Charaktere dort sind sehr niedlich, was am Zeichenstil mit dem Fokus auf große Augen, kleine Nasen und einem oft überproportional großen Kopf liegt. Diese Niedlichkeit wird auch beim Design vieler Androiden wie dem Kirobo angewendet, damit die Roboter einen niedlichen, harmlosen, gutmütigen und liebenswerten Eindruck beim Menschen machen. Doch auch die kämpferischen Roboter und sogenannte Mecha, gigantische, humanoid aussehende Kampfmaschinen, die im Inneren von Menschen gesteuert werden, sind in Mangas und Animes wie Gundam oder Neon Genesis Evangelion sehr beliebt. Das japanische Unternehmen Suidobashi Heavy Industry wurde davon inspiriert und baut Kuratas, ein Mecha als großes Spielzeug für Erwachsene und Sehenswürdigkeit auf Messen.

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plutoniumsulfat 19. Apr 2019

Wie wärs, wenn die Roboter Menschen gerade in dem Bereich unterstützen/ersetzen, die im...

plutoniumsulfat 19. Apr 2019

Zumindest besser als die Beschäftigungsprogramme hierzulande :D

FreiGeistler 17. Apr 2019

Und der Himmel ist wunderbar und wunderbar ist er, weil er blau ist.... Nee scherz...

Hugo1of2 16. Apr 2019

+1

Aki-San 16. Apr 2019

Wieso Entwürfe? Es gibt schon Exoskelette und auch schon "funktionale" Suits. (Zumindest...


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