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Größere Akzeptanz von Maschinenwesen

2016 hatten japanische Roboter-Hersteller gemessen an der Produktionskapazität einen weltweiten Marktanteil von 52 Prozent. Gemeint sind vor allem Industrieroboter von Firmen wie Fanuc, Yaskawa und Kawasaki. Doch nicht nur bei Fabrikmaschinen ist Japan bedeutend: Roboterhaustiere wie Sonys Aibo und humanoide Roboter wie Hondas Asimo werden ebenfalls dort entwickelt. Von den knapp über 100 Androidenprojekten weltweit sind mit großem Abstand die meisten in Japan angesiedelt.

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Die Begeisterung für Tierroboter lässt sich indes nicht allein aus der Geschichte heraus erklären. Eine Erklärung ist wohl, dass die Japaner in ihren Großstädten oft nur sehr wenig Wohnfläche und deshalb keine Möglichkeit haben, echte Tiere zu halten. Ein Roboterhund ist pflegeleichter als ein richtiger, er bellt nicht laut, braucht nicht viel Auslauf und verlangt keinen Garten als Revier.

Doch es gibt noch einen weiteren Grund für die größere Akzeptanz von Robotern im Alltag: Aufgrund ihrer Religionen fällt es Japanern offenbar leichter, eine emotionale Beziehung zu ihnen herzustellen. In kaum einem anderen Land gibt es derart viele Beispiele für solche gefühlsmäßigen Bindungen mit Robotern. Im Internet ist sogar eine Totenfeier für die Aibo, Sonys Roboterhunde, dokumentiert.

Roboter als Freunde und Entertainer

Ein Roboter, der den Fokus auf emotionale Beziehungen zwischen Menschen und Robotern legen soll, ist Lovot von dem japanischen Unternehmen Groove X, Inc., das nach eigenen Angaben das Vertrauen zwischen Menschen und Robotern fördern und Roboter als Gefährten für Menschen entwickeln möchte. Der Roboter spielt somit die Rolle eines Freunds oder Familienmitglieds im Alltag. Auch Roboter, die unterhalten sollen, sind Ergebnisse japanischer Ingenieurskunst wie etwa der Actroid-DER-Roboter von Kokoro Company Ltd., der unter anderem auf Messen eingesetzt wird, der HRP-4C des National Institute of Advanced Industrial Science and Technology, der besonders gut tanzen kann, oder die musikalischen Roboter von Toyota, die als Band spielen.

Bislang sind humanoide, Haustier- und auch Service-Roboter vor allem Vorzeigeprodukte, um die eigene Innovationskraft zu demonstrieren, wie zum Beispiel Roboter-Hostessen auf Messen. Oder sie sind Nischenprodukte für spezielle Zielgruppen. Dass sie in vergleichsweise wenigen japanischen Haushalten zu finden sind, dürfte nicht zuletzt am Preis liegen. So kostet ein Aibo rund 2.900 US-Dollar (entspricht etwa 2.500 Euro). Dennoch wurde er in Japan in den ersten drei Monaten nach Verkaufsstart schon etwa 11.000 Mal verkauft. Den humanoiden Roboter Pepper, der - je nach Ausstattung - mindestens 25.000 US-Dollar (knapp 22.000 Euro) kostet, soll es auch in einigen Tausend Haushalten geben. 2015 wurden 1.000 Pepper-Roboter zu einem Preis von je 198.000 Yen (etwa 1.567 Euro) in Japan als Marketingaktion angeboten und alle 1.000 Exemplare wurden innerhalb einer Minute verkauft.

Angesichts von mehr als 53 Millionen Haushalten leben immer noch sehr wenige Menschen in Japan mit einem Roboter unter einem Dach. Aber es sind viel mehr als in Europa, wo zudem die Skepsis gegenüber den Maschinen in der letzten Zeit eher zunimmt. Sicher möchte auch nicht jeder Mensch in Japan mit Pepper, Aibo oder einem anderen Roboter leben (auch wenn sie erschwinglich wären) - aber die Berührungsängste sind offensichtlich geringer. Und das hat zumindest zum Teil auch religiöse Gründe.

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 Japan auf der ÜberholspurIm Shintoismus können auch Roboter beseelt sein 
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plutoniumsulfat 19. Apr 2019

Wie wärs, wenn die Roboter Menschen gerade in dem Bereich unterstützen/ersetzen, die im...

plutoniumsulfat 19. Apr 2019

Zumindest besser als die Beschäftigungsprogramme hierzulande :D

FreiGeistler 17. Apr 2019

Und der Himmel ist wunderbar und wunderbar ist er, weil er blau ist.... Nee scherz...

Hugo1of2 16. Apr 2019

+1

Aki-San 16. Apr 2019

Wieso Entwürfe? Es gibt schon Exoskelette und auch schon "funktionale" Suits. (Zumindest...


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