Japan auf der Überholspur

Mutsuhito setzte auf schnellstmögliche Modernisierung des Landes, die sowohl technologische als auch gesellschaftliche Reformen umfasste, um den Rückstand gegenüber den westlichen Mächten zu verringern oder sie sogar zu überholen. Ihm war klar, dass die Abschottung Japan nicht mehr vor den Westmächten bewahren konnte, sondern sein Land wirtschaftlich und militärisch aufholen musste, um sich gegen die anderen Großmächte behaupten zu können.

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Außerdem gab es gesellschaftliche Probleme im Land: die unzufriedenen, verarmten Bauern und die irritierten Samurai, die während der langen Friedenszeit der Edo-Periode ihrer Bestimmung zu kämpfen nicht folgen konnten und von denen manche ein Leben in Luxus führten, wodurch sie sich bei der immer reicher werdenden Händlerkaste verschuldeten. Das Land brauchte einen dringenden Wandel und Mutsuhito war dazu bereit: Seine Reformen betrafen viele gesellschaftliche Aspekte wie die Abschaffung des Feudalismus, freie Ausbildungs- und Berufswahl, Einführung der allgemeinen Schulpflicht und die Trennung von Gericht und Verwaltung.

Außerdem wurden japanische Gelehrte und Ingenieure ins Ausland entsandt, um Produktionstechniken zu studieren, zu kopieren und anschließend zu verbessern. Ziel war es, eine moderne japanische Industrie aufzubauen, die Maschinenbau, Elektrotechnik, Schiffsbau und vieles mehr umfasste. Aber auch andere Techniken eigneten sich die Japaner an. So liegt der Ursprung vieler japanischer Biere in Deutschland, denn in der Meiji-Epoche begaben sich Japaner dorthin, um die Braukunst zu meistern. So erlernte etwa Nakagawa Seibei in Fürstenwalde/Spree das Mälzen. Nachdem er im Jahr 1875 den Meisterbrief erhalten hatte, kehrte er nach Japan zurück, wo er zum Bierbrauer ernannt wurde. Er plante in Sapporo die erste japanische Brauerei, die im Folgejahr 1876 eröffnete. Aus dieser Brauerei ging die heutige Sapporo Breweries Ltd. hervor.

Ein rasanter technologischer und wirtschaftlicher Aufstieg begann. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden moderne Industriestätten für die Massenproduktion von Waren errichtet. Neue Technologien wie Dampfmaschinen kamen zum Einsatz. Das Militär wurde modernisiert: Die Wehrpflicht wurde eingeführt, die kaiserliche Armee mit Feuerwaffen ausgerüstet und dampfgetriebene, hochseetaugliche Schiffe gebaut, die mit Kanonen bewaffnet waren. Die Kampfkraft der modernen japanischen Marine wurde im Russisch-Japanischen Krieg (1904/1905) unter Beweis gestellt: Japan gelang es, den Krieg für sich zu entscheiden, große Teile der russischen Pazifikflotte zu versenken oder kampfunfähig zu machen und Territorium zu gewinnen.

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Die Erfolge der Meiji-Epoche haben sich tief in das kollektive Bewusstsein eingeprägt. Die Idee, dass Innovationen, technischer Fortschritt und Disziplin aus einem von außen bedrohten Feudalstaat eine Großmacht machen können, ist auch heute noch Teil des Selbstverständnisses der Japaner. Daraus resultiert eine Begeisterung für Technologien, die sich unter anderem in der Robotik widerspiegelt.

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 Technologie: Warum Roboter in Japan so beliebt sindGrößere Akzeptanz von Maschinenwesen 
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plutoniumsulfat 19. Apr 2019

Wie wärs, wenn die Roboter Menschen gerade in dem Bereich unterstützen/ersetzen, die im...

plutoniumsulfat 19. Apr 2019

Zumindest besser als die Beschäftigungsprogramme hierzulande :D

FreiGeistler 17. Apr 2019

Und der Himmel ist wunderbar und wunderbar ist er, weil er blau ist.... Nee scherz...

Hugo1of2 16. Apr 2019

+1

Aki-San 16. Apr 2019

Wieso Entwürfe? Es gibt schon Exoskelette und auch schon "funktionale" Suits. (Zumindest...



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