Autarke Roboter im OP sind 'grandios gescheitert'

Das hat gute Gründe. In den 80er und 90er Jahren hat es Versuche gegeben, das Fräsen des Knochens bei Hüft-OPs von vorprogrammierten Robotern durchführen zu lassen. Die Technik wurde nicht kritisch genug hinterfragt, Patienten klagten. Die technisch modernste Lösung ist eben nicht in jedem Fall die beste Behandlungsmöglichkeit. "Das ist damals grandios gescheitert", sagt Krieglstein.

Vielleicht deshalb betont Albu-Schäffer vom DLR: "Der Roboter ist das präzise arbeitende Werkzeug, der Arzt ist verantwortlich für den Menschen auf dem Tisch. Es passiert nichts automatisch mit dem Miro." Dennoch ist der Roboter in der Lage, Fehler des Arztes auszugleichen. Zum Beispiel könne der Miro-Roboter so programmiert werden, dass bestimmte Körperbereiche nicht erreicht werden. Selbst wenn die Hand des Arztes am Controller ausrutsche - der Roboter würde diese Bewegung nicht mitmachen, sondern im vorgegebenen OP-Bereich bleiben, erklärt Albu-Schäffer.

Sein Miro-Roboter habe Vorteile gegenüber dem da Vinci, weil er das Konzept der Soft Robotics umsetze. Das heißt: Der Miro-Roboter ist nachgiebig, lässt sich leicht vom Arzt oder einer Schwester führen und einfach an die Stelle bewegen, wo das Personal ihn haben möchte. "Dank einer Fernsteuerung mit Kraft-Rückkopplung, wir sagen Forced Feedback, spürt der Arzt, wie viel Kraft er anwendet und wo es Widerstände gibt", so Albu-Schäffer. "Viele Ärzte haben uns gesagt, wie wichtig es ihnen ist, den Patienten nicht nur zu sehen, sondern auch abzutasten. Als Chirurg fährt man manchmal einfach mit dem Finger über eine Stelle, um Verhärtungen zu erkennen. Wir haben den Roboter so gebaut, dass er das auch kann."

Menschen wollen von Robotern operiert werden

Eine Operation ist aber nie ein rein technischer Vorgang. Auf dem OP-Tisch liegt ein Mensch mit Ängsten und der Hoffnung auf Heilung. Haben Patienten Bedenken bei der Aussicht, dass ein Roboter an ihnen operieren soll? In seinem Berufsalltag erlebe er keine Skepsis, sagt Mediziner Krieglstein aus Köln. "Mein Eindruck ist, dass sich in Deutschland kaum einer ohne Robotersystem an der Prostata operieren lassen will. Die Patienten stimmen mit den Füßen ab und laufen in die Zentren, die den da Vinci haben."

Der Kölner da Vinci hat bei der Anschaffung 1,5 Millionen Euro gekostet. Mittlerweile ist der Roboter in neueren Versionen noch deutlich teurer geworden und kostet etwa 2,5 Millionen Euro. Zusätzlich gebe das Krankenhaus jährlich 200.000 Euro für die Wartung aus, rechnet Krieglstein vor. Ein weiterer Kostenpunkt: das Verbrauchsmaterial, etwa die sterilen Hüllen für den Roboterarm. Während OP-Instrumente hundertfach gereinigt und sterilisiert werden können, müssen die Nadelhalter des da Vinci zudem nach zehn Einsätzen erneuert werden.

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 Der Roboter kann nicht über das Schicksal des Patienten entscheidenUnd alles ohne Kabelsalat 
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