Techland: PC-Version von Dying Light 2 erscheint mit Denuvo

Kurz vor der offiziellen Veröffentlichung des Actionspiels Dying Light 2 am 4. Februar 2022 gibt es Missstimmung in der Community. Grund ist der unbeliebte Anti-Tamper-Schutz Denuvo, der in der PC-Version das Erstellen von illegalen Kopien verhindern oder zumindest erschweren soll.
Momentan ist nicht ganz klar, ob Denuvo erst kurzfristig in Dying Light 2 ( Test auf Golem.de ) eingebaut wurde oder ob dies bislang nicht bekannt war. Ein Nutzer hat im Netz eine Antwort des Kundendienstes von Techland veröffentlicht, der in einer Anfrage die Verwendung von Denuvo bestätigt hat.
Die Mail des Kundendienstes(öffnet im neuen Fenster) stammt vom 31. Januar 2022. Genau einen Tag später wurde laut Steam DB(öffnet im neuen Fenster) in Dying Light 2 eine "3rd-Party DRM" hinzugefügt – eben Denuvo. Es ist möglich, dass diese offizielle Ergänzung nur sichtbar gemacht wurde, weil kurz zuvor die Mail des Kundendienstes publik wurde.
Denuvo ist bei vielen PC-Spielern extrem unbeliebt. Dafür gibt es viele Gründe: Einige Gamer stören sich schlicht an Kopierschutzsystemen überhaupt. Andere befürchten, dass Spiele mit Denuvo langsamer laufen als ohne.
Denuvo kann zumindest theoretisch in jedes Spiel so integriert werden, dass nur in unkritischen Phasen – etwa während der Anzeige eines Menüs – zusätzliche Hardwareressourcen verbraucht werden, was eigentlich nicht stören sollte.
Wenn dabei nicht sauber vorgegangen wird oder es zu sonstigen Fehlern kommt, kann Denuvo aber durchaus Last erzeugen und so etwa für Ruckler sorgen. Bekanntestes Beispiel dafür ist das Mitte 2021 veröffentlichte Resident Evil 8 Village, bei dem Capcom die Integration von Denuvo nach der Veröffentlichung überarbeiten musste.
Techland äußert sich zu Denuvo in Dying Light 2
In der Community gibt es den Verdacht, dass der Einsatz von Denuvo so lange wie möglich verschleiert werden sollte, damit möglichst viele PC-Spieler vorab ordern.

Techland hat eine Stellungnahme veröffentlicht, der zufolge man sich über die möglichen Probleme von Denuvo im Klaren sei und den Einbau der Software besonders gründlich getestet habe: Derzeit könne man "keine spürbaren Auswirkungen auf die Leistung" von Dying Light 2 feststellen, sagen die Entwickler. Man werde die Sache aber im Auge behalten.
Den Einsatz von Denuvo begründet das polnische Studio damit, dass die Entwicklung des Spiels sehr aufwendig und teuer gewesen sei. "Wir haben sieben Jahre an Dying Light 2 gearbeitet" , schreibt Techland in den Foren von Steam(öffnet im neuen Fenster) . "Über 1.500 Menschen haben ihre Zeit und ihr Können in das Spiel gesteckt" – dieser Einsatz müsse geschützt werden.



