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Techland: Dying Light in Deutschland

Ordentliches Spiel, nicht so ordentliche Informationen über die deutsche Version: Erst nach und nach stellt sich heraus, dass Dying Light von Techland (Dead Island) wegen seiner gewalthaltigen Inhalte hierzulande nicht offiziell erscheint. Wer es trotzdem haben will, muss zu Tricks greifen.
/ Peter Steinlechner
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Dying Light (Bild: Techland)
Dying Light Bild: Techland

Hierzulande wird das Actionspiel Dying Light wegen gewalthaltiger Inhalte erst einmal nicht in den Handel kommen. Auch über Downloadshops wie Steam sowie im Playstation Store und auf Xbox Live gibt es den Titel zumindest vorerst nicht ohne Tricks. Allerdings: Offiziell äußert sich das polnische Entwicklerstudio nicht zu dem Thema. Mehrere Anfragen von Golem.de blieben unbeantwortet – dabei hat Techland(öffnet im neuen Fenster) bei der eigentlich zuständigen deutschen Niederlassung von Publisher Warner Bros. Interactive Entertainment ausdrücklich darum gebeten, selbst direkt mit der deutschen Presse zu reden.

Dying Light – Trailer (Launch)
Dying Light – Trailer (Launch) (01:50)

Offenbar versucht das Studio, die gleiche Strategie anzuwenden, die schon bei dem 2011 veröffentlichten Dead Island halbwegs gut im deutschen Markt funktioniert hat: nämlich für möglichst viel Aufmerksamkeit in der Presse und der Community zu sorgen, und dann darauf zu hoffen, dass die Spieler das Programm im benachbarten Ausland kaufen.

Tatsächlich ist das kein allzu großes Problem. Besitzer einer Playstation 4 oder einer Xbox One müssen dazu ein Nutzerkonto anlegen, in dem als Land etwa Österreich oder die Schweiz angegeben ist, und dann den Download kaufen; die Disc-Version erscheint in Europa erst am 28. Februar 2015. Der Trick mit dem Zweitaccount ist zwar etwas umständlich und verstößt eigentlich gegen die Nutzungsbedingungen des Playstation Networks und von Xbox Live – aber er funktioniert.

PC-Spieler müssen ihre Version ebenfalls im Ausland kaufen und können sie dann nach aktuellem Stand in Deutschland auf Steam aktivieren, so jedenfalls Techland auf Anfrage eines österreichischen Händlers(öffnet im neuen Fenster) .

Soweit bekannt, wurde Dying Light mehrfach bei der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) eingereicht, hat dort aber keine Freigabe erhalten. Und zwar wirklich keine – auch nicht "ab 18". Damit dürfte das Spiel vermutlich eher schnell auf dem Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BpjM) landen, sogar eine Beschlagnahmung droht. Falls das passiert, ist das Spiel möglicherweise auch über die Download-Plattformen nicht mehr nutzbar.

Grund sind die vielen, sehr extrem umgesetzten Gewalt-, Splatter- und Gore-Inhalte. Der Spieler kann die Gegner auf vielfältigste Art in Einzelteile zerlegen, außerdem sind Blut und Innereien in Massen zu sehen. Das ist ein bisschen erstaunlich, weil das Programm sonst deutlich ernsthafter aufgemacht ist als das absichtlich völlig übertriebene, satirisch anmutende Dead Island.

Erste Tests sind positiv

In der internationalen Presse und in Foren bekommt Dying Light mittlere bis gute Bewertungen und Besprechungen. Gelobt werden die zeitgemäße Grafik, die gelungene Handlung, die offene Umgebung und das an die Sportart Parkour erinnernde Bewegungssystem. Nicht so gut kommt an, dass die Kämpfe und Missionen auf Dauer zu wenig Abwechslung bieten. Während die Konsolenfassungen bei Golem.de sehr flüssig laufen, kommt es bei der PC-Version zu größeren Problemen mit Rucklern; allerdings hat das Spiel auch recht hohe Systemanforderungen .

Dying Light spielt in der fiktiven Stadt Harran, in der eine Krankheit fast die gesamte Bevölkerung in Zombies verwandelt hat. Der Spieler soll als Agent Kyle Crane helfen, wird aber sofort nach seiner Ankunft selbst angesteckt. Um nicht zu mutieren, muss der Spieler zum einen schlicht um sein Überleben kämpfen und zum anderen regelmäßig ausreichende Mengen an Medizin schlucken, die natürlich erst mal besorgt sein muss.


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