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Techinsights: Angeblich umgeht TSMC das Embargo der USA gegen Huawei

TSMC und Huawei widersprechen einem Bericht der US-Nachrichtenagentur Bloomberg. Die will erfahren haben, dass die Halbleiterexperten von Techinsights einen Huawei -Chip von TSMC gefunden haben.
/ Achim Sawall
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Huawei Ascend 910 (Bild: Huawei)
Huawei Ascend 910 Bild: Huawei

Die kanadischen Halbleiterexperten Techinsights sollen einen Ascend-910B-Chip in einem KI-Beschleuniger von Huawei entdeckt haben, der trotz US-Sanktionen angeblich von TSMC aus Taiwan hergestellt wurde. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Quellen, die mit der Arbeit von Techinsights vertraut seien. Techinsights hat jedoch keinen Bericht dazu veröffentlicht.

Huawei hatte den KI-Beschleuniger Ascend 910 im Jahr 2018 vorgestellt, der bereits damals mit dem Ziel entwickelt wurde, Nvidia zu überholen. Zwar kam der Chip im Jahr 2019 auf den Markt, kurz darauf wurden aber die ersten US-Sanktionen gegen Huawei erlassen. Mit einem am 15. Mai 2019 erlassenen Dekret eskalierte der damalige US-Präsident Donald Trump den Wirtschaftsboykott gegen Huawei, Präsident Joe Biden baute dies noch weiter aus. Beweise für die behaupteten Hintertüren in Huawei-Produkten wurden jedoch nie vorgelegt.

Die US-Sanktionen machten es Huawei unmöglich, eigene Chips bei Auftragsherstellern wie TSMC im Ausland fertigen zu lassen, weshalb der Ascend 910 lange nicht hergestellt werden konnte. Dank fortgeschrittener 7-nm-Fertigung beim chinesischen Auftragsfertiger SMIC gibt es wieder Möglichkeiten für eigene Ascend 910-Chips in KI-Beschleunigern von Huawei. Doch es soll eine hohe Ausschussrate geben.

Laut Aussagen der Verwaltungsratsvorsitzenden des chinesischen KI-Softwareunternehmens iFlyteks, Liu Qingfeng, nutzt man eine chinesische GPU auf dem Niveau von Nvidias Beschleuniger A100. Die GPU habe Huawei entwickelt. KI-Beschleuniger brauchen neben schnellen Recheneinheiten auch leistungsfähige HBM-Speicher. HBM konnte bislang allerdings kein chinesisches Unternehmen liefern, doch auch das wurde im Mai 2024 mit ersten Testmustern aus China gelöst.

Huawei: Haben 910B-Chip nie auf den Markt gebracht

Der taiwanesische Auftragshersteller TSMC hat Bloomberg erklärt, seit dem 15. September 2020 alle Lieferungen an Huawei eingestellt zu haben. Man halte sich an "geltende Regeln und Vorschriften, einschließlich der Exportkontrollen. Wir haben proaktiv mit dem US-Handelsministerium bezüglich der Angelegenheit in dem Bericht kommuniziert. Es ist derzeit nicht bekannt, dass TSMC Gegenstand einer Untersuchung ist."

Huawei erklärte Bloomberg, "nach der Umsetzung der vom US-Handelsministerium vorgenommenen Änderungen an seiner FDPR (Foreign-Direct Product Rules) gegen Huawei im Jahr 2020 keine Chips mehr über TSMC produziert zu haben" Huawei hat den "910B-Chip nie auf den Markt gebracht" , erklärte der chinesische Techkonzern. Laut einem Bericht von Digitimes Asia (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) soll ByteDance in diesem Jahr über 100.000 Huawei AI Ascend 910B-Chips bestellt haben. Damit wolle der chinesische Betreiber von TikTok und Douyin seine Abhängigkeit von Nvidia reduzieren.

Die USA setzen ihre Interessen bei ausländischen Unternehmen in souveränen Staaten durch, indem sie verbieten, US-amerikanische Chipmaschinen oder -software für Lieferungen an Huawei einzusetzen . Die wichtigsten Auftragshersteller nutzen Ausrüstung von ASML aus den Niederlanden und von US-Firmen wie Applied Materials und Lam Research. Andere chinesische Unternehmen, wie der indirekte staatliche Konzern ZTE, sind von den Sanktionen nicht betroffen.


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