Techgenossen: Arbeiten unter Freunden

Einst waren es "Kinder der Not", heute machen manche eine Tugend daraus. Genossenschaften erleben seit Jahren eine Renaissance - auch in der IT-Branche. Gleiches Recht, gleiche Pflichten, gleicher Verdienst. Ein Modell mit Zukunft?

Artikel von Sarah Pache veröffentlicht am
Drei der Techgenossen bei den Fridays for Future
Drei der Techgenossen bei den Fridays for Future (Bild: Sarah Pache)

"What do we want? Climate Justice! When do we want it? Now!" So dröhnt es auch an diesem Freitag im Juli wieder aus Lautsprechern über den Marienplatz in München. Die Sonne brennt auf die unermüdlichen Demonstranten, unter ihnen Vicky Eichhorn, Stefan Verhey und Robert Curth. "Es ist mir schon fast peinlich, dass es die erste Fridays-for-Future-Demonstration ist, an der ich teilnehme", sagt Verhey. Anders als viele der anderen Teilnehmer haben er und seine beiden Begleiter keine Dreadlocks, laufen nicht barfuß. Verhey trägt Chino-Hose und Lederschuhe, Vicky Eichhorn schiebt einen Kinderwagen vor sich her. Um sich für den Klimaschutz zu engagieren, haben sie nicht Stift und Schulblock niedergelegt, sondern Remote Desktop und Analysetools.

Für den selbstständigen Programmierer und Softwareentwickler und die Produktmanagerin ist die Demo sinnvoller und wirkmächtiger als die Retrospektive, an der sie eigentlich heute teilnehmen sollten. Den Segen ihrer Kollegen haben sie. Es wurde zuvor abgestimmt und der Termin verschoben. Eichhorn, Verhey und Curth sind Genossen - drei, der insgesamt neun Techgenossen. Vergangenes Jahr haben die Münchener ITler diese gleichberechtigte Kooperation gegründet. Nun sind sie gemeinsam selbstständig, wie sie es nennen. Ihr oberstes Credo: Sie setzen nur noch Digitalprojekte um, die sie für nachhaltig und sinnvoll halten.

"Genossenschaften sind urdemokratisch"

Immer mehr Menschen in der IT-Branche beginnen, die eigene Arbeitsweise, aber auch die der Unternehmen zu hinterfragen, wie Organisationsentwickler Torsten Scheller erzählt. Er kennt die Techgenossen noch aus ihrer Anfangszeit 2015. "Das Bewusstsein wandelt sich zunehmend. Es geht in Richtung: weg von den profitgetriebenen, inhabergeführten GmbHs, hin zu nachhaltigen, sinnhaften Unternehmungen." Genossenschaften seien noch längst kein Massenphänomen, die Techgenossen sieht er eher als Vorreiter oder Impulsgeber, das Konzept hat in seinen Augen Zukunft.

"Genossenschaften sind urdemokratisch, es geht uns um eine wirklich solidarische Zusammenarbeit", erklärt Oskar Hallensleben, einer der Gründer und Vorstand der Techgenossen. Diese Art des rechtlichen Verbundes ist längst bekannt aus dem Banken- oder Wohnungswesen oder durch große Unternehmen in der IT, wie die Datev eG und Denic, den Verwalter der deutschen Internetdomains. Auch immer mehr Freiberufler schließen sich in Projektgenossenschaften zusammen.

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Nie wieder nine to five 
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plutoniumsulfat 04. Aug 2019

Eine hohe Nitratbelastung des Grundwassers ist keine Voraussetzung für Nahrungsproduktion.

mrk131324 04. Aug 2019

Die Idee ist gut (bis auf dem weltanschaulichen Kokolores). Rabbithole Consulting ist...

Anonymer Nutzer 03. Aug 2019

Aber die Grundidee mag nett gewesen sein, damals

ratzeputz113 02. Aug 2019

Ich verstehe diese Aversion gegen GmbHs als Personifikation der Gier nicht. Ja, viele...

Peter Brülls 02. Aug 2019

Was ja auch bei einigen Dingen gut funktioniert und sie sicherlich bei einigen Dingen...



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