Nie wieder nine to five

Hallensleben war zuvor fünf Jahre lang festangestellter Programmierer bei einem großen Internetanbieter, wie andere der heutigen Techgenossen auch.

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Der Programmierer startete seine Karriere im Hamsterrad. Das Team nahm an zahlreichen Workshops teil, arbeitete agil und steigerte kontinuierlich seine Produktivität, nicht aber den Umsatz. "Ich habe eigentlich nur noch geschaut, wo ich Werbung möglichst gewinnbringend platzieren kann - und ich hasse Werbung". Für die damaligen Geschäftsführer war die Abteilung nicht rentabel. Es folgt eine Kündigungswelle und für Hallensleben der Wendepunkt seines Lebens.

Was ihn zunächst völlig kalt erwischte und in ein Loch fallen ließ, stellte sich als erster großer Befreiungsschlag heraus. Ein gut funktionierendes Team an fähigen Programmierern und Entwicklern war plötzlich arbeitslos, aber nicht hoffnungslos. Dank der Abfindungen hatten sie Zeit, einen Plan zu schmieden. In Zukunft wollten sie selbst bestimmen, wie sie arbeiten. Und das bedeutete: keine zwielichtigen Aufträge mehr, kein nine to five, kein Verkaufen der eigenen Arbeitskraft und damit keine Lebenszeit mehr für die Idee der Profitmaximierung.

Es ist die Geburtsstunde der Techgenossen eG. IT-Fachkräfte, Content-Gestalter und Produktmanager - gemeinsam realisieren sie softwarebasierte Produkte, die zur Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft beitragen sollen, also primär gemeinwohlorientiert sind. Das Portfolio reicht mittlerweile von einer App des Bayrischen Rundfunks für Geflüchtete über den Relaunch der Ökotest-Webseite bis hin zur Unterstützung des Volksbegehrens Artenvielfalt.

"Tauschen und teilen, statt sinnlos konsumieren"

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Hallensleben hat den Solidargedanken derart verinnerlicht, dass er sein gesamtes Leben heute danach ausrichtet. Bei einem Landshuter Kollektiv engagiert er sich für eine solidarische Lebensmittelversorgung. Für das Alter möchte er eine Pflegegenossenschaft gründen und seine Familie lebt seit drei Jahren offiziell im Konsumstreik. Das bedeutet, Neuanschaffungen gibt es für sie nicht mehr, "tauschen und teilen, statt sinnlos konsumieren" ist die Devise der vierköpfigen Familie.

Nur noch zwei Tage in der Woche verbringt der Programmierer mit Erwerbsarbeit, den Rest seiner Zeit kümmert er sich um solidarische Unternehmungen und Herzensprojekte - Dinge, die der Seele gut tun. Und der siebte Tag der Woche bleibt frei. Da macht Hallensleben einfach nichts. So ist er glücklich.

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 Techgenossen: Arbeiten unter FreundenDer Solidargedanke - ein Luxus? 
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plutoniumsulfat 04. Aug 2019

Eine hohe Nitratbelastung des Grundwassers ist keine Voraussetzung für Nahrungsproduktion.

mrk131324 04. Aug 2019

Die Idee ist gut (bis auf dem weltanschaulichen Kokolores). Rabbithole Consulting ist...

Anonymer Nutzer 03. Aug 2019

Aber die Grundidee mag nett gewesen sein, damals

ratzeputz113 02. Aug 2019

Ich verstehe diese Aversion gegen GmbHs als Personifikation der Gier nicht. Ja, viele...

Peter Brülls 02. Aug 2019

Was ja auch bei einigen Dingen gut funktioniert und sie sicherlich bei einigen Dingen...



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