Tech-Offensive: MI6-Chefin setzt auf Python statt Pistolen

Der britische Auslandsgeheimdienst setzt verstärkt auf neue Technologien. In einer Rede am 15. Dezember im Londoner Hauptquartier des MI6 beschreibt Blaise Metreweli, Leiterin des Secret Intelligence Service (SIS), eine neue Ära(öffnet im neuen Fenster) , in der künstliche Intelligenz, Biotechnologie und Quantencomputer die Art von Konflikten grundlegend veränderten.
Die Welt befinde sich "in einem Raum zwischen Frieden und Krieg" , betonte Metreweli(öffnet im neuen Fenster) . Agenten müssten Python künftig genauso fließend beherrschen wie Fremdsprachen. Metreweli ist die erste Frau an der Spitze des Geheimdienstes, zuvor leitete sie die Abteilung für Technologie und Innovation des Geheimdienstes.
Datenwissenschaftler, Ingenieure und Technologen gesucht
Der Geheimdienst plant, verstärkt Datenwissenschaftler, Ingenieure und Technologen zu rekrutieren. Metreweli betonte aber auch die Grenzen von Technologie. "Information erfordert Urteilsvermögen, Komplexität verlangt nach Klarheit, und nur Menschen können entscheiden, welchen Weg sie einschlagen" , sagte sie. Künstliche Intelligenz solle menschliche Analyse unterstützen, nicht ersetzen.
Die Geheimdienstchefin erwähnte zwar auch China, Russland steht jedoch im Fokus der neuen MI6-Strategie. Metreweli beschrieb Cyberangriffe auf Infrastruktur, Drohnenaktivitäten an sensiblen Standorten und Desinformationskampagnen als bewusste Destabilisierungsversuche unterhalb der Schwelle zum offenen Krieg.
Algorithmen als neue Akteure
Sie warnte vor einer globalen Konkurrenzsituation, in der Nationen um technologische Vorherrschaft kämpften, während Algorithmen einen Einfluss erlangten, der dem von Staaten gleichkomme. Hyperpersonalisierte digitale Werkzeuge könnten neue Formen von Konflikten und sozialer Kontrolle ermöglichen.
Metreweli forderte gesellschaftliche Anstrengungen gegen Desinformation. Jüngere Menschen müssten lernen, Informationsquellen zu bewerten und algorithmische Manipulation zu erkennen, die auf emotionale Reaktionen wie Angst abziele.
Im September 2025 startete der MI6 den verschlüsselten Kommunikationskanal Silent Courier im Darknet. Das System ermöglicht potenziellen Informanten in ausländischen Staaten einen sicheren Kontakt zum britischen Geheimdienst. Metreweli kündigte weitere öffentliche Initiativen an.



