Auswirkungen auf den Aktienmarkt
Die Verluste im Aktienmarkt reichen tief in den Tech-Sektor: Coinbase hat 13 Prozent verloren, Microstrategy 17 Prozent. Auch klassische Softwareunternehmen traf es: Microsoft gab neun Prozent nach, Oracle 19 Prozent und Salesforce elf Prozent. Der Nasdaq-Index ist dadurch für das Jahr für das Jahr ins Minus gerutscht, das heißt, er hat seit dem 1. Januar insgesamt mehr verloren als gewonnen.
Die Restwahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im März ist auf unter acht Prozent gefallen, vor kurzem lag sie noch bei 20 Prozent. Anleger haben die nächste Zinssenkung gedanklich also auf Juli verschoben. Das belastet Wachstumsaktien zusätzlich, da deren Bewertungen besonders zinssensitiv sind.
Die Korrelation zwischen Bitcoin und Tech-Aktien liegt bei etwa 0,5 bis 0,75 zum Nasdaq. Bitcoin wird oft als gehebelte Wette auf Wachstumsaktien betrachtet, was bedeutet, dass es stärker auf Schwankungen in risikoreichen Anlagen reagiert. Der Krypto-Ausverkauf hat ETF-Ausflüsse von 1,49 Milliarden US-Dollar aus Bitcoin-ETFs ausgelöst.
Was spricht für weitere Einbrüche?
Die historisch schwachen Arbeitsmarktdaten dürften für die US-Regierung wenig erfreulich sein. Schließlich ist sie mit dem Anspruch angetreten, die größte Wirtschaftskraft der Geschichte zu entfesseln. Der Bitcoin-Absturz hat bereits 600 Milliarden US-Dollar aus dem Krypto-Markt und 316 Milliarden US-Dollar speziell aus Bitcoin gelöscht. Viele Investoren haben mit geliehenem Geld in Krypto und Tech spekuliert. Der Abbau dieser Positionen führt zu Zwangsverkäufen.
Tech-Firmen investieren Milliarden in künstliche Intelligenz, ohne kurzfristig klare Renditen zu erzielen, etwa Amazons geplante 200 Milliarden US-Dollar für AI-Projekte. Gleichzeitig findet eine Sektor-Rotation statt: Investoren schichten von Technologie zu wertorientierten, stabilen Branchen wie Energie oder Konsumgüter um.
Was spricht gegen weitere Einbrüche?
Der Dow Jones verteidigt dennoch vorerst weiterhin die wichtige 50.000-Punkte-Marke. Damit kann die Rally weitergehen, egal, wie man die aktuellen Arbeitsmarktdaten sieht. Am 6. Februar erholten sich Tech-Aktien: Der Nasdaq legte 1,6 Prozent zu, Bitcoin stieg zurück auf über 70.000 US-Dollar.
Zudem liegt der Relative-Stärke-Index (RSI) für Bitcoin unter 30 – ein Wert, der häufig auf eine Überverkaufssituation hindeutet und einen Boden signalisieren kann. Langfristig prognostizieren einige Analysten Bitcoin bei 150.000 US-Dollar.
Weitere Einbrüche im Tech-Bereich sind möglich, aber nicht zwangsläufig. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 50 bis 60 Prozent(öffnet im neuen Fenster) . Der aktuelle Verkaufsdruck wirkt wie eine gesunde Korrektur nach Überbewertung, nicht wie ein systemischer Zusammenbruch.
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