Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Tech-Konzerne an der Nasdaq: Druckabfall in der KI-Blase

Das Auf und Ab der Tech-Konzerne an der Nasdaq hat ein Ende – nun geht es stetig abwärts. Um ihre Versprechen zu halten, agieren OpenAI und Co zunehmend verzweifelt.
/ Erich Moechel
54 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Welche Gegenmaßnahmen haben die KI-Konzerne gegen einen Druckabfall in petto? (Bild: DemonDays64 via Wikimedia Commons)
Welche Gegenmaßnahmen haben die KI-Konzerne gegen einen Druckabfall in petto? Bild: DemonDays64 via Wikimedia Commons / CC-BY 4.0
Inhalt
  1. Tech-Konzerne an der Nasdaq: Druckabfall in der KI-Blase
  2. Sagenhafte Renditen in den Sternen
  3. Kündigungen für mehr Liquidität
  4. Virtuelle Streichungen bei Meta

Seit dem Höchststand von fast 24.000 Punkten Ende Januar hat der Nasdaq-Index mittlerweile mehr als zehn Prozent eingebüßt. Die Technologiebörse pendelt nun um die 21.000 Punkte, und auch die Dynamik hat sich verändert.

Das wilde Auf und Ab entlang der Quartalsberichte wichtiger Player ist seit Ende Januar in einen soliden Abwärtstrend übergegangen. Treibende Faktoren sind die immensen Investitionen der IT-Konzerne in die neuen KI-Datencenter und Zweifel an der Wertschöpfung durch den Einsatz von KI.

Die Auswirkungen des Kriegs am Persischen Golf tragen zu der üblen Stimmung an den Börsen bei. Ein kleines Zwischenhoch am Mittwoch, als die Prozessorfirma ARM einen neuen KI-Beschleunigerchip präsentierte, war Donnerstag schon wieder vorbei. Die jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zum Golfkrieg und das US-Gerichtsurteil gegen Meta und Google wegen des Einsatzes mutmaßlich suchterzeugender Algorithmen färbten alle großen Technologiewerte erneut rot ein.

Revolution in Hollywood abgesagt

Gute Nachrichten sind derzeit rar, Personaleinsparungen und Abkündigungen von Produkten dominieren die Branche, allen voran bei OpenAI. Am Donnerstag wurde bekannt, dass der geplante erotische Chatbot eingestellt werde. Dieses Vorhaben war allerdings schon unter einem schlechten Stern gestartet, es wurde allgemein als Ausdruck beginnender Verzweiflung eingestuft.

Weit wichtiger war direkt davor die Einstellung der Sora-App . Dieses von Sam Altman als "revolutionär" angekündigte KI-Tool , das die Filmproduktion Hollywoods auf den Kopf stellen sollte, war vor allem ein immenser Kostenfaktor. Das viel beworbene Feature, die eigene Person in bekannte Filmsequenzen hineinzuprojizieren, erwies sich als ebenso rechenintensiv wie von begrenztem Unterhaltungswert.

Geplatzte "Mega-Deals" und Luftgeschäfte

Mit der Einstellung der Sora-App flog auch die Kooperation mit Disney in die Luft. Wie schon bei dem geplatzten ''Mega-Deal'' mit Nvidia , bei dem rund 100 Milliarden US-Dollar quasi im Kreis herumgeschoben werden sollten, erwies sich die Abmachung mit Disney letztlich als reines Luftgeschäft.

All diese Nachrichten tragen wesentlich zur schlechten Stimmung der Börsianer bei. Die Sicherung der Liquidität wird für die involvierten Unternehmen immer mehr zum Problem. Wie kritisch es bei OpenAI mittlerweile um die Finanzierung des laufenden Betriebs stehen muss, zeigte sich zu Beginn der vergangenen Woche(öffnet im neuen Fenster) . Da wurde über die Nachrichtenagentur Reuters bekannt, dass OpenAI sowie Anthropic aggressiv um Gelder bei Private-Equity-Unternehmen buhlten.


Relevante Themen