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Virtuelle Streichungen bei Meta

Bei Meta sieht es ähnlich aus. Auch der an sich hochprofitable Konzern Mark Zuckerbergs braucht frisches Kapital, die geplanten KI-Datencenter müssen in Cash bezahlt werden. 2025 wurden für die KI-Restrukturierung des Konzerns bereits 72 Milliarden US-Dollar ausgegeben, für 2026 stehen weitere Capital Expenditures von 135 Milliarden US-Dollar ins Haus. Dafür müssen Ausgaben gekürzt werden.

So wurde das 2022 mit einer milliardenschweren Marketingkampagne gestartete Metaverse seit Dezember laufend zusammengestrichen , nun wurde es ersatzlos eingestellt. Im Januar gingen im Reality Lab des Unternehmens, das die Virtual-Reality-Sparte betreibt, 1.500 Jobs verloren , im März kamen weitere 700 dazu. Im Raum stehen noch umfangreichere Kündigungen quer durch den Konzern, die bis zu 20 Prozent der rund 79.000 Arbeitsplätze betreffen könnten.

Einschnitte bei Amazon und Microsoft

Anfang März gab Amazon Einschnitte in seiner Abteilung für Robotik bekannt, die eine nicht näher bekannte Zahl von Arbeitsplätzen betreffen werden. Bereits im Januar hatte der Konzern angekündigt, 16.000 Angestellte zu entlassen. All das ist Teil einer gewaltigen Restrukturierungswelle, die samt den Entlassungen in den Jahren 2025 und davor insgesamt 30.000 Arbeitsplätze betrifft. Rund 200 Milliarden US-Dollar will Amazon heuer vor allem in KI investieren.

Microsoft war lange als Arbeitgeber quasi auf Lebenszeit bekannt, seit 2023 ist aber alles anders. Damals gingen bereits 10.000 Jobs verloren, im vergangenen Jahr waren es weitere 16.000 . Seit Jahresanfang halten sich Gerüchte über weitere Kürzungen in ähnlichen Dimensionen, die Microsoft vehement dementiert.

Epilog

Als sich Ende März im Jahr 2000 die ersten Abstürze wichtiger Player an der Nasdaq häuften, hieß es seitens der Analysten, dass nun die langerwartete Kurskorrektur eingeläutet sei(öffnet im neuen Fenster) . Unklar war jedoch, wie tief die Aktien fallen würden, und wann die Korrektur wieder beendet sei.

Was dann ab Mitte Juli passierte, hatte damals niemand vorausgesehen. 26 Jahre später haben die Kurseinbrüche schon deutlich früher eingesetzt und alle Börsianer täten gut daran, sich an eine alte Börsenweisheit zu erinnern : "Sell in May and go away."

Erich Moechel(öffnet im neuen Fenster) ist langjähriger Journalist und schreibt Analysen, Hintergründe und Kommentare, weil er findet: Das Leben ist zu kurz, um nicht Klartext zu schreiben.


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