Tech-Branche: Microsofts Weg zum 10-Billionen-Dollar-Unternehmen

Wenn wir mehr über den Riesenkonzern in Redmond wissen, erfahren wir wertvolle Dinge zu Cloud-Infrastruktur, Start-up-Strategien und zur Zukunft der Software.

Eine Analyse von John Luttig veröffentlicht am
Microsoft hat viel mehr zu bieten, als auf den ersten Blick ersichtlich ist.
Microsoft hat viel mehr zu bieten, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. (Bild: Microsoft / Montage: Golem.de)

Dieser Text ist eine Übersetzung. Er erschien zuerst bei Luttig's Learnings.

Trotz seiner Größe gehört Microsoft zu den am stärksten unterschätzten Unternehmen in der Technologiebranche.

Es war nie eine bei Nutzern beliebte Marke wie Apple, Facebook, Amazon oder Google. Es war keine Erfolgsgeschichte in Bezug auf Risikokapital: Microsoft war zu profitabel, um echtes Risikokapital zu erhalten, so dass bei der Börseneinführung 70 Prozent im Besitz der Gründer waren. Es ist das älteste Mitglied der FAMGA-Gruppe, das sich auch noch in einem anderen Bundesstaat versteckt.

Aber Microsoft hat viel mehr zu bieten, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Wenn das Unternehmen seine Karten richtig ausspielt, kann Microsoft zum ersten 10-Billionen-Dollar-Unternehmen werden. Auch Start-up-Gründer können viel von dem Giganten in Redmond lernen.

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Dafür müssen wir einige gewaltige Aufgaben meistern:
1. verstehen, was Microsoft eigentlich ist
2. den Weg des Unternehmens zur globalen Dominanz nachzeichnen
3. die Erfahrungen aus dem Unternehmen auf das Start-up-Ökosystem übertragen.

Wie definiert man Microsoft?

Selbst passionierten Historikern des Silicon Valley fällt es schwer, Microsoft kurz und prägnant zu definieren. Es gibt kein einzelnes weltbekanntes Produkt, über das sich Microsoft definieren lässt, wie die Suchmaschine von Google, das iPhone von Apple, der E-Commerce von Amazon oder das soziale Netzwerk von Facebook.

Sich einen Einblick in die Hunderte von Microsoft-Produkten zu verschaffen, stellt eine Herausforderung dar. Im historischen Kontext können wir herausfinden, was Microsoft war, um zu erkennen, was es heute ist.

PCs für alle

In den frühen 1970er Jahren hielten die meisten Menschen Personal Computer für Spielzeuge, die sich in Bastlerzeitschriften wie Popular Electronics wiederfanden. Bill Gates und Paul Allen waren jedoch anderer Meinung. Da die Hardware schnell immer besser wurde, erkannten Gates und Allen, dass die größeren Chancen nicht darin lagen, den nächsten Computerbausatz zusammenzustellen, sondern darin, Software zu entwickeln, um diese Bastlergeräte vielen Menschen zugänglich zu machen.

Microsoft 365 Family | 6 Nutzer | Mehrere PCs/Macs, Tablets und mobile Geräte | 1 Jahresabonnement | Download Code

1975 stellten Gates und Allen fest, dass der Altair 8800 als erster Minicomputer die Hardwarevoraussetzungen erfüllte, um eine BASIC-Softwareergänzung zu unterstützen. Sie gründeten Microsoft noch im selben Jahr mit der Mission, in jeden Haushalt einen Computer zu bringen. Oder wie Gates Microsoft beschrieb: Was ist ein Mikroprozessor ohne Computer?

Diversifizierung ist nur etwas für Verlierer

Microsoft ritt die nächsten 25 Jahre auf der Welle des PC-Wachstums. 1999 war Microsoft 620 Milliarden Dollar wert und damit das wertvollste Unternehmen der Welt. Bis 2002 verringerte sich seine Marktkapitalisierung jedoch um 60 Prozent. Das Unternehmen steckte in einem tiefen Loch, das die enormen Erwartungen des Dot-Com-Booms verursacht hatten.

In den 2000er Jahren nahmen die Nachfolger von Bill Gates seine Mission, einen Computer in jeden Haushalt zu bringen, zu wörtlich und erweiterten das Windows-Imperium wahllos in alle Richtungen. Die Geschäftsbereiche zerfaserten, und die Identität von Microsoft wurde unklar. War es die Windows-Firma? Office? Xbox? Entwicklertools? 2009 lag der Wert des Unternehmens nur noch bei 30 Prozent des ehemaligen Höchststandes von 1999.

Diversifizierung an sich ist zwar nicht unbedingt schädlich, aber doch ein Symptom für ein größeres Problem: Das Wachstum von Microsoft war an den falschen Trend gebunden.

Die PC-Verkäufe hatten ein Plateau erreicht. Apple, Amazon, Google und Facebook waren alle mit dem Mobilbereich bzw. dem Internet für Endanwender verbunden - beides Trends, die sich Ende der 2000er Jahre herauskristallisierten. Microsoft war bei diesen Trends nicht vertreten.

Ohne klaren Wachstumsmotor geriet Microsoft gegenüber dem Rest der FAMGA-Gruppe in den späten 2000ern in die Defensive: Bing, Skype, Surface und Windows Phone waren nur Reaktionen.

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olma 29. Jun 2022 / Themenstart

Ich frage mich auch, woher der Autor sich das beschriebene "Vertrauen" herzaubert. Ich...

debunix 28. Jun 2022 / Themenstart

Microsoft war lange nicht gut unterwegs, richtig. Seit Nadella beobachte ich, dass die...

ap (Golem.de) 28. Jun 2022 / Themenstart

Guten Morgen, danke für die Hinweise. Deshalb haben wir gleich am Anfang des Artikels...

aassddff 28. Jun 2022 / Themenstart

Hab ich gerade ausprobiert und sehe das Problem nicht. Suchtext eingegeben, Resultate...

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