Was Microsoft tun könnte, um 10 Billionen Dollar zu erreichen

Was würde ich tun, wenn ich die Firma leiten würde? Zuerst würde ich Bilanz bei den relativen Stärken ziehen: 130 Milliarden US-Dollar Barmittel. 2,3 Billionen US-Dollar Marktkapitalisierung. Beispiellose Reichweite in jedem Fortune-500-Unternehmen. 96.000 talentierte Techniker.

Stellenmarkt
  1. Softwareentwickler Lagerverwaltung (m/w/d)
    STOPA Anlagenbau GmbH, Achern-Gamshurst
  2. SAP-Applikationsmanager (m/w/d) Basis-Administration
    Kölner Verkehrs-Betriebe AG, Köln
Detailsuche

Microsoft besitzt schlagkräftige immaterielle Werte. In Bezug auf den Rest der FAMGA-Gruppe ist es vermutlich der einzige Akteur mit einer gewissen Immunität gegen Kartelle. Das liegt in gewisser Weise an der Struktur: Softwaremärkte sind weniger monopolistisch als das Internet für Endanwender. Selbst der am schnellsten wachsende Geschäftsbereich, Azure, hat nur einen Marktanteil von 19 Prozent (AWS liegt bei etwa 30 Prozent) und befindet sich damit deutlich unter einer rechtlichen Definition von Monopol. Mit fast grenzenlosen Barmitteln und Eigenkapital sowie der gewissen Immunität gegen Kartelle sollte Microsoft auf Akquisitionen setzen.

Darüber hinaus gibt es eine finanztechnische Wachstumsstrategie, die wahrscheinlich die Shareholder besänftigen wird. Tim Cook begann beispielsweise Ende 2012 mit dem Aktienrückkauf, nachdem er 2011 den Posten des CEO übernahm. Inzwischen setzt er den Rückkauf konsequent mit Aktien im Wert von etwa 20 Milliarden US-Dollar pro Quartal fort.

Seit Cook an die Spitze getreten ist, ist der Aktienpreis von Apple um mehr als das Zehnfache gestiegen. So ist es nicht überraschend, dass Microsoft 2014, als Nadella CEO wurde, aggressiv mit einem verstärkten Aktienrückkauf begonnen hat.

Golem Karrierewelt
  1. AZ-104 Microsoft Azure Administrator: virtueller Vier-Tage-Workshop
    19.-22.09.2022, virtuell
  2. Go für Einsteiger: virtueller Zwei-Tages-Workshop
    26./27.09.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Ich bin allerdings der Meinung, dass Microsoft überzeugendere Wachstumschancen besitzt als Aktienrückkäufe. Wir können dem gesamten Produktportfolio von Microsoft sicherlich nicht in 4.000 Wörtern gerecht werden. Doch auf dem Weg zu 10 Billionen US-Dollar können wir vier neue Wellen untersuchen, auf denen Microsoft reiten könnte: Demografie, Daten, Entwickler und Tiefe.

Die Demografie erweitert den Gesamtzielmarkt für Microsoft

Die Produkte von Microsoft sind bei den Fortune 500 flächendeckend verbreitet, auffällig abwesend allerdings in zwei wachsenden Segmenten: junge Nutzer und wachsende Technologieunternehmen. Nur 18 Prozent der Teams-Nutzer sind jünger als 35. Das sind jedoch die Unternehmenskunden der Zukunft. Microsoft hat es nicht geschafft, auf den Selfservice-Zug aufzuspringen, der in den letzten fünf Jahren jüngere Demografien freigesetzt und viele sogenannte Decacorns im Bereich Produktivität vorangebracht hat, also Start-ups, deren Wert bei über 10 Milliarden US-Dollar liegt.

Durch den Erwerb von Unternehmen mit ergänzenden Demografien kann Microsoft in diesen Bereichen aufholen. Es gibt eine ganze Reihe Office-artiger Produkte, die in der jüngeren und technisch versierten Zielgruppe verbreitet sind und die Lücken, die Microsoft im vergangenen Jahrzehnt hinterlassen hat, schließen:

Airtable: Airtable ist ein einfaches CRM-Tool für die Kundenpflege mit Tabellenkalkulation und zusätzlichen Automatisierungsfunktionen. Microsoft müsste Airtable gar nicht übernehmen, wenn es mehr Excel-Integrationsmöglichkeiten erstellen und die Benutzerfreundlichkeit verbessern würde. Allerdings ist das Unternehmen in einem Innovationsdilemma gefangen und kann es sich nicht leisten, die vorhandenen Excel-Benutzer abzuschrecken. Ein eigenständiges ergänzendes Produkt bietet mehr Freiheitsgrade, um die nächste Nutzergeneration für die Datenerfassung zu gewinnen.

Notion: Stark auf das Thema Demografie vereinfacht, ist Notion so etwas wie Office 365 für Menschen unter 35. Office sollte zumindest versuchen, die Nutzung so zu vereinfachen wie Google Docs (Office 365 für Menschen unter 45). Doch wenn das Unternehmen nach den Sternen greift, könnte es in der Cloud landen.

Miro: Dieses Produkt könnte für eine völlig neue Produktlinie des Office-Pakets stehen, nämlich ein digitales Whiteboard. Jedes Unternehmen hat in der Covid-Pandemie damit begonnen, digitale Whiteboards zu benutzen, was in einer verteilten Remote-Welt wahrscheinlich dauerhaft so bleiben wird.

Microsoft 365 Family | 6 Nutzer | Mehrere PCs/Macs, Tablets und mobile Geräte | 1 Jahresabonnement | Download Code

Der Erwerb dieser Unternehmen würde die jungen Nutzer von Produktivitätstools erreichen, die Microsoft benötigt, um Office in den 2020er Jahren erfolgreich zu machen. Aufgrund der unterschiedlichen Benutzererfahrungen empfiehlt es sich vermutlich, die Produkte unabhängig zu betreiben, aber dennoch als Bestandteil des Office-Kernpakets anzubieten. Das macht Office attraktiv für eine größere Zielgruppe, verringert die Anschaffungskosten der Kunden und erweitert den Zielmarkt von Microsoft.

Microsoft muss zudem von innen heraus in die Demografie investieren: Junge Mitarbeiter aus ehemaligen Start-ups könnten einen Ansatz von unten stärken, Produkte für junge Zielgruppen zu entwickeln. Laut Linkedin stellt Microsoft weniger Berufseinsteiger ein als Facebook und Google. Es hat zudem weniger junge leitende Führungskräfte (mit weniger als zehn Jahren Erfahrung) als Facebook und Apple. Das heißt, relativ wenig junge Menschen haben bei Microsoft etwas zu sagen. Wenn es gelingt, die neue Garde zu stärken, können die Produkte bei den Millenials und der Generation Z erfolgreich sein.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Die Suche nach der nächsten WelleEntwickler müssten sich für Azure begeistern 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7. 6
  8. 7
  9.  


olma 29. Jun 2022 / Themenstart

Ich frage mich auch, woher der Autor sich das beschriebene "Vertrauen" herzaubert. Ich...

debunix 28. Jun 2022 / Themenstart

Microsoft war lange nicht gut unterwegs, richtig. Seit Nadella beobachte ich, dass die...

ap (Golem.de) 28. Jun 2022 / Themenstart

Guten Morgen, danke für die Hinweise. Deshalb haben wir gleich am Anfang des Artikels...

aassddff 28. Jun 2022 / Themenstart

Hab ich gerade ausprobiert und sehe das Problem nicht. Suchtext eingegeben, Resultate...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Elon Musk und Manchester United
Der Meme-Lord braucht die Blutgrätsche

Wenn Musk twittert, zittern die Anleger und nun auch Fußball-Fans. Wie sich der Milliardär endgültig ins Abseits bewegt und wie die Öffentlichkeit damit umgehen sollte.
Ein IMHO von Lennart Mühlenmeier

Elon Musk und Manchester United: Der Meme-Lord braucht die Blutgrätsche
Artikel
  1. Anti-Scalper: Amazon verkauft Playstation 5 nur noch mit Einladung
    Anti-Scalper
    Amazon verkauft Playstation 5 nur noch mit Einladung

    Prime ist nicht mehr nötig, aber dafür eine Einladung: Wegen anhaltender Lieferengpässe hat Amazon den Bestellvorgang bei der PS5 geändert.

  2. Shitexpress, Genesis, Anno 1800: Dienst gehackt, mit dem anonym Exkremente verschickt werden
    Shitexpress, Genesis, Anno 1800
    Dienst gehackt, mit dem anonym Exkremente verschickt werden

    Sonst noch was? Was am 17. August 2022 neben den großen Meldungen sonst noch passiert ist, in aller Kürze.

  3. Post-Quanten-Kryptografie: Die neuen Kryptoalgorithmen gegen Quantencomputer
    Post-Quanten-Kryptografie
    Die neuen Kryptoalgorithmen gegen Quantencomputer

    Die US-Behörde NIST standardisiert neue Public-Key-Algorithmen - um vor zukünftigen Quantencomputern sicher zu sein.
    Eine Analyse von Hanno Böck

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 bestellbar bei Amazon & Co. • MSI Geburtstags-Rabatte • Neuer Saturn-Flyer • Game of Thrones reduziert • MindStar (MSI RTX 3070 599€) • Günstig wie nie: MSI 32" WHD 175 Hz 549€, Zotac RTX 3080 12GB 829€, Samsung SSD 1TB/2TB (PS5) 111€/199,99€ • Bester 2.000€-Gaming-PC[Werbung]
    •  /