• IT-Karriere:
  • Services:

Teamviewer: Ein schwäbisches Digitalwunder

Team wer? Eine schwäbische Softwarefirma hilft weltweit, per Fernzugriff Computer zu reparieren. Nun geht Teamviewer an die Börse - mit einer Milliardenbewertung.

Ein Bericht von Lisa Hegemann/Zeit Online veröffentlicht am
Teamviewer geht an die Börse.
Teamviewer geht an die Börse. (Bild: Teamviewer)

"Kreissparkasse" steht in großen Lettern über dem halbrunden Eingang der ehemaligen Bankfiliale in Göppingen. Durch die Glasscheibe kann man Geldautomaten erkennen. Steht man direkt davor, dann ist es nur ein DIN-A4-Ausdruck, der den Weg zu einer milliardenschweren Technologiefirma weist. "Eingang Teamviewer" steht darauf, darunter ein roter Pfeil nach links. Mehr Understatement geht kaum.

Denn Teamviewer, das ist nicht irgendeine Provinzklitsche, die den lokalen Handwerksbetrieben die Website aufhübscht oder Daten von verreckten Laptops rettet. Sondern ein schwäbisches Technologieunternehmen, das mehr als 230 Millionen Euro Umsatz pro Jahr macht. Das etwa 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Dessen Softwareprogramm auf Millionen Rechnern weltweit läuft. Und das am Mittwoch mit einer Bewertung von 5,25 Milliarden Euro an die Börse gegangen ist.

Dass die Firma von der breiten Öffentlichkeit lange übersehen wurde, liegt möglicherweise an ihrem Produkt. Teamviewer ist nicht ständig präsent, die Software arbeitet eher im Hintergrund - mit einem simplen Zweck: Systemadministratoren und Kindern klickwütiger Eltern die geistige Gesundheit zu retten.

"Da geht was nicht an meinem Computer, kannst du mir helfen?" So harmlos diese Frage klingt, oft ist sie der Beginn eines längeren Telefonats. Weil dann meist an einem Ende der Leitung jemand sitzt, der eben einfach schnell das "kaputte Internet" repariert haben oder den Cursor bei Word wiederfinden will. Und am anderen Ende jemand, der das Problem binnen weniger Minuten lösen könnte - wenn er sein Gegenüber nicht blind durch ein Labyrinth von Dropdown-Menüs und Fenstern navigieren müsste.

Stellenmarkt
  1. Universität Potsdam, Potsdam
  2. Deutsche Rentenversicherung Bund, Berlin

Genau dieses Problem erkannte Mitte der Nullerjahre eine kleine Softwarefirma aus dem schwäbischen Göppingen - und schrieb ein Programm, mit dessen Hilfe man aus der Ferne auf das Gerät einer hilfesuchenden Person zugreifen konnte, um ihr Computerproblem schnell zu lösen. Screensharing, also "Bildschirm teilen", heißt die Methode, die das möglich macht. Und Teamviewer heißt die Software, die das Göppinger Unternehmen dafür bastelte - und sich gleich auch noch danach benannte.

Die Ersten werden die Größten sein

So naheliegend diese Idee auch rückblickend scheinen mag: Teamviewer zählte damals zu den Ersten, die Screensharing umsetzten. Privatmenschen konnten ihren Angehörigen und Freunden so auch noch nachts die Rechner wieder fit machen. Und Firmen entdeckten die Businessversionen, weil die IT-Abteilung dadurch nicht mehr ständig vor Ort sein musste, sondern auch aus der Ferne dem digital etwas weniger kundigen Beschäftigten bei seinen Computerproblemen helfen konnte. Klingt banal, spart aber Kosten. Heute zählen laut Teamviewer etwa 50 Prozent der Fortune-500-Unternehmen zu den Kunden.

Teamviewer, das ist ein Technologieunternehmen, das auch international etwas zu melden hat. Das ist selten in Deutschland. Sehr selten. Gut, es gibt SAP, manche zählen auch noch den Halbleiterhersteller Infineon hinzu oder den Onlinemodehändler Zalando. Aber das war es dann auch fast schon. Wie reiht sich ein kleines Unternehmen aus Baden-Württemberg in diese Auflistung ein?

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
In dieser Kleinstadt haben wir ein Einhorn versteckt 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 2,79
  2. 39,99€
  3. 9,49€
  4. (-10%) 53,99€

bombinho 13. Okt 2019

Jupp, ich hatte gelegentlich bei Freunden und Familie immer mal nach dem Rechten...

nasenweis 04. Okt 2019

Gibts. Such mal genauer. Ich hab sie zumindest.

Golressy 03. Okt 2019

Ohje. Ich war mal in so eine Firma öfters zu Besuch. Ziemlich gross und sehr bekannt...

quasides 29. Sep 2019

oh die realität ist wirklich schlimm. es kommt noch besser wenn wachschutzfirmen...

quasides 29. Sep 2019

teamviewer war defacto die opensource variante von vnc mit zusätzlichen eingekreation für...


Folgen Sie uns
       


Halo (2001) - Golem retro_

2001 feierte der Master Chief im Klassiker Halo: Kampf um die Zukunft sein Debüt. Wir blicken zurück und merken, wie groß der Einfluss des Spiels wirklich ist.

Halo (2001) - Golem retro_ Video aufrufen
Computerlinguistik: Bordstein Sie Ihre Erwartung!
Computerlinguistik
"Bordstein Sie Ihre Erwartung!"

Ob Google, Microsoft oder Amazon: Unternehmen befinden sich im internationalen Wettlauf um die treffendsten Übersetzungen. Kontext-Integration, Datenmangel in kleinen Sprachen sowie fehlende Experten für Machine Learning und Sprachverarbeitung sind dabei immer noch die größten Hürden.
Ein Bericht von Maja Hoock

  1. OpenAI Roboterarm löst Zauberwürfel einhändig
  2. Faceapp Russische App liegt im Trend und entfacht Datenschutzdebatte

Support-Ende von Windows 7: Für wen Linux eine Alternative zu Windows 10 ist
Support-Ende von Windows 7
Für wen Linux eine Alternative zu Windows 10 ist

Windows 7 erreicht sein Lebensende (End of Life) und wird von Microsoft künftig nicht mehr mit Updates versorgt. Lohnt sich ein Umstieg auf Linux statt auf Windows 10? Wir finden: in den meisten Fällen schon.
Von Martin Loschwitz

  1. Lutris EA verbannt offenbar Linux-Gamer aus Battlefield 5
  2. Linux-Rechner System 76 will eigene Laptops bauen
  3. Grafiktreiber Nvidia will weiter einheitliches Speicher-API für Linux

Erneuerbare Energien: Windkraft in Luft speichern
Erneuerbare Energien
Windkraft in Luft speichern

In Zukunft wird es mehr Strom aus Windkraft geben. Weil die Anlagen aber nicht kontinuierlich liefern, werden Stromspeicher immer wichtiger. Batterien sind eine Möglichkeit, das britische Startup Highview Power hat jedoch eine andere gefunden: flüssige Luft.
Ein Bericht von Wolfgang Kempkens

  1. Energiewende Norddeutschland wird H
  2. Energiewende Brandenburg bekommt ein Wasserstoff-Speicherkraftwerk
  3. Energiewende Dänemark plant künstliche Insel für Wasserstofferzeugung

    •  /