Teams: Slack wirft Microsoft unfairen Wettbewerb vor

Slack gehört zu den Gewinnern in der Corona-Krise, das Plus hätte aber noch höher ausfallen können: Unternehmens-Chef Stewart Butterfield wirft Microsoft Wettbewerbsverzerrung vor.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Slack und Microsoft konkurrieren im Bereich der Unternehmenskommunikation.
Slack und Microsoft konkurrieren im Bereich der Unternehmenskommunikation. (Bild: JOHANNES EISELE/AFP via Getty Images)

Der Bürokommunikationsdienst Slack rechnet im als unfair empfundenen Wettbewerb mit Microsoft nicht mit einer Unterstützung durch ein Kartellverfahren in den USA. Microsoft sei geradezu von der Idee besessen, Slack an den Rand zu drängen, und verteile seine Teams-Software massenhaft kostenlos mit Windows 10, sagte Slack-CEO Stewart Butterfield in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

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Trotzdem sei es Microsoft nicht gelungen, sein Unternehmen vom Markt zu drängen. Slack habe im ersten Quartal weltweit 122.000 zahlende Kunden gehabt und verzeichne weiter ein starkes Wachstum. Insgesamt nutzten im ersten Quartal über 750.000 Unternehmen weltweit Slack, viele davon im kostenlosen Modell.

"Ich glaube, dass Märkte eine Rolle spielen und Wettbewerb gut ist", betonte Butterfield. Und deshalb sei es sehr schwer festzulegen, wo man eine Grenze ziehen müsse und wo der Staat tatsächlich eingreifen sollte. Sich in den USA für ein Kartellverfahren stark zu machen, sei aber im Grunde eine Zeitverschwendung. "Der Kongress müsste handeln, und es kann Jahre dauern, bis da eine Entscheidung fällt." Und da ein Votum der Politik mit Sicherheit vor Gerichten angefochten werde, würde vermutlich mehr als ein Jahrzehnt verstreichen, bevor Microsoft in die Schranken gewiesen werde.

Microsoft ist netter als zu Zeiten des Browserkriegs

Im Vergleich zu den Zeiten, in denen Microsoft im sogenannten Browserkrieg seinen Wettbewerber Netscape auch mit umstrittenen Maßnahmen niedergerungen habe, sei der Konzern aber inzwischen "durch eine wärmere und freundlichere Kultur geprägt", sagte Butterfield. Obwohl man Slack in Microsoft-Pressemitteilungen diskreditiert habe: "Microsoft-CEO Satya Nadella ist eine großartige Person - aber man wird auch nicht Chef dieses Konzerns, wenn man keine scharfen Ellbogen besitzt."

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Microsoft entgegnet, seine Software Teams werde bei Windows 10 nicht standardmäßig installiert, weder in den Versionen für Privatanwender noch bei den sogenannten Commercial-Lizenzen für gewerbliche Kunden. "Grundsätzlich kann aber jeder PC-Hersteller natürlich Microsoft-365-Anwendungen oder andere Programme installieren."

Slack-CEO Butterfield will sich aber nicht nur als Gegenpol zu Microsoft definieren: Obwohl Microsoft so auf Slack fixiert sei, sehe er den Service seiner Firma gar nicht im direkten Wettbewerb mit Microsoft Teams, sagte Butterfield. Der Schwerpunkt von Teams liege eindeutig im Bereich von Video-Konferenzlösungen, während Slack hier keine großen eigenen Anstrengungen unternehme.

Videotelefonie ist keine Priorität für Slack

Für Video habe man nur eine beschränkte eigene Funktion. Stattdessen integriere man lieber Tools von Spezialfirmen wie Zoom oder Cisco WebEx. Slack könne sogar mit Microsoft Teams als Video-Lösung verknüpft werden. Slack stehe vor allem dafür, die Zusammenarbeit in einer Firma und mit Partnerunternehmen zu vereinfachen und effizienter zu machen.

Eine Schub für das eigene Geschäft verspricht sich Butterfield von dem neuen Dienst Slack Connect, der die Nutzung von E-Mails noch weiter zurückdrängen soll. Mit dem neuen Service sollen sich künftig auch bis zu 20 Partner, Kunden und Lieferanten in die Team-Kommunikation einbinden lassen. Damit soll es laut Slack möglich sein, komplette Lieferketten zu organisieren.

Slack steigerte zuletzt seinen Umsatz in dem Ende April abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal im Jahresvergleich um 50 Prozent auf 201,7 Millionen Dollar (179,8 Mio Euro). Allerdings wuchs Slack auch schon vorher mit ähnlichem Tempo. Investoren hatten erwartet, dass die Heimarbeit und das Lernen zu Hause in der Corona-Krise das Geschäft der Firma noch stärker ankurbeln. Für das laufende Vierteljahr stellte Slack ein Umsatzplus von bis zu 44 Prozent in Aussicht.

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Schnarchnase 13. Jul 2020

Das könnte einfach nur Sarkasmus gewesen sein

GAK 10. Jul 2020

Doch, habe ich. Ich hätte auch Verständnis für Konditionen bei denen die über dem Limit...

Lanski 09. Jul 2020

Vor allem sagt Microsoft selbst, dass man nicht ungeschult da ran sollte sondern...

Lanski 08. Jul 2020

Dir ist klar, dass du sämtliche ernsthafte Diskussionsgrundlage mit dir selbst in den...

Oktavian 06. Jul 2020

Das wiederum ist normal. Die großen haben mehr Ressourcen, dafür sind die kleinen...



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