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Team-Messenger: Ab in die Matrix!

Es muss nicht immer Slack sein. Das Startup Parity nutzt seit zwei Jahren den freien, offenen und verschlüsselten Team-Messenger Matrix - und zieht eine positive Bilanz. Auch wenn nicht immer alles rundläuft.

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Mit Riot.im kann auf das Matrix-Netzwerk zugegriffen werden.
Mit Riot.im kann auf das Matrix-Netzwerk zugegriffen werden. (Bild: Riot.im)

Viele Unternehmen und auch manche Behörden nutzen Team-Messenger. Dabei gibt es neben den großen Playern wie Slack, Microsoft Teams, Skype for Business oder Google Hangouts Chat auch viele weniger bekannte Dienste. Eine dieser Messenger-Alternativen ist das freie und föderierte Kommunikationssystem Matrix, auf das unter anderem die französische Regierung für ihren Behörden-Messenger setzt. Das Startup Parity verwendet Martix bereits seit fast zwei Jahren zur internen und nicht selten auch zur externen Kommunikation. Warum sich das Unternehmen für Matrix und die dazugehörige App Riot entschieden hat, welche Erfahrungen im Alltagseinsatz gemacht wurden - und werden - und mit welchen Problemen sie zu kämpfen hatten, erfuhr Golem.de im Gespräch mit Gabriel Klawitter von Parity.

Inhalt:
  1. Team-Messenger: Ab in die Matrix!
  2. Matrix skaliert, aber frisst Ressourcen

Auf der Suche nach einem passenden Team-Messenger probierte Parity zunächst andere Lösungen aus, darunter Rocketchat, Wire und Slack. Die Ansprüche waren hoch. "Die Daten sollten auf unserem eigenen Server gespeichert und auch von uns gelöscht werden können", erklärt Klawitter. "Außerdem waren uns eine funktionierende Mobile-App und echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wichtig." Das Fazit sei damals enttäuschend gewesen: Alle getesteten Produkte hätten sich als recht unbrauchbar herausgestellt. Dann stieß das Unternehmen auf die Kombination aus eigener Matrix-Installation und der Riot-App, die damals noch Vector hieß.

Die Kombination konnte Parity nicht nur wegen der Kontrolle über den eigenen Server und der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf Basis des Signal-Protokolls überzeugen, sondern passte auch zur Open-Source-Affinität des Unternehmens. Parity entwickelt Tools für das Web 3 - ein dezentrales Internet auf Basis von Blockchain-Anwendungen, beispielsweise Bitcoin- und Ethereum-Clients. "Wir veröffentlichen all unsere Software auch selbst als Open-Source. Entsprechend gut passt der dezentrale und freie Softwareansatz von Matrix zu uns", sagt Klawitter.

Ein Server, viele Räume und Bridges

Vor rund zwei Jahren installierten die Parity-Admins eine eigene Instanz des Matrix-Homeservers unter matrix.parity.io - bis heute das Hauptkommunikationsmedium des Unternehmens. Mitarbeiter chatten miteinander, schreiben Nachrichten in die entsprechenden Arbeitsgruppen oder kommunizieren mit anderen Firmen über andere Matrix-Homeserver. Durch Federation sind die Matrix-Homeserver - ähnlich wie bei E-Mail oder XMPP (Jabber) - untereinander verbunden.

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Dadurch können die Mitarbeiter auch mit Matrix-Nutzern auf Matrix.org oder einem der anderen circa 6.000 Matrix-Homeserver kommunizieren - Ende-zu-Ende verschlüsselt, sofern beide Seiten Riot oder einen anderen Client verwenden, der dies unterstützt. Auch öffentliche und unverschlüsselte Räume sind möglich; Parity nutzt einen solchen für öffentliche Support-Anfragen und einen Raum, der Watercooler genannt wird, für freie Diskussionen. Hier finden sich neben Links zu Assanges Verhaftung auch Einladungen zu Terminen und ein Foto des neuen Watercoolers im Parity-Büro.

Über sogenannte Bridges zu anderen Diensten können Matrix-Nutzer auch mit Nutzern auf Slack, XMPP (Jabber), Rocketchat, Gitter, Telegram und anderen kommunizieren. Noch im Alphastadium sind Bridges zu iMessage und Facebook. Gerade für kleine Unternehmen dürften diese Anbindungen bei der Kommunikation mit anderen Firmen und deren Diensten eine Arbeitserleichterung sein. Auch Parity nutzt Bridges zu Slack und Gitter.

Die Bridges und Federation seien ein großer Vorteil von Matrix, sagt Klawitter. So war Parity durch den eigenen Server auch nicht von dem Hack des größten Homeservers Matrix.org Anfang April betroffen. Doch wie gut skaliert Matrix und wie aufwendig ist der Betrieb eines eigenen Servers?

Matrix skaliert, aber frisst Ressourcen 
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73496587346 30. Apr 2019

Warum man so einen Messenger braucht? Meinst du im speziellen jetzt Riot oder das matrix...

<break> 26. Apr 2019

Es ist in Ordnung. Für matrix <-> discord ist allerdings https://github.com/Half-Shot...

Micha_T 26. Apr 2019

Die gleichen leute die sowas wie die dsgvo beschließen. Trump wird nicht ewig...

<break> 26. Apr 2019

Die meisten matrix-Nutzer nutzen Riot, da das der Referenzclient ist. Und wenn jemand...

Dr.Glitch 25. Apr 2019

Jupp, jetzt wird erst mal Synapse fertig gemacht, Dendrite lag bislang auf Eis. Der Fokus...


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