Team Gen 6: Deutschland und Spanien wollen Europas Kampfjet retten
Der ursprüngliche New-Generation-Fighter-Plan ist gescheitert. Jahrelang stritten Airbus und der französische Hersteller Dassault Aviation um Arbeitsanteile und die Projektführung. Das Ergebnis: Frankreich ist raus. Auf der ILA Berlin stellte Airbus Defense and Space die Initiative Team Gen 6 vor(öffnet im neuen Fenster), acht deutsche und fünf spanische Rüstungsunternehmen beteiligen sich. Darunter Hensoldt, MTU Aero Engines, Rohde & Schwarz sowie auf spanischer Seite Indra und ITP Aero.
Konzeptvideo, Canard und Drohnen
Jean-Brice Dumont, Airbus-Chef für Luftkampf, betonte, Team Gen 6 sei keine Neugründung, sondern eine Kurskorrektur. Das übergeordnete Future-Combat-Air-System-Programm mit sieben Technologiesäulen bestehe fort. Airbus veröffentlichte ein Konzeptvideo, das einen Kampfjet mit Canard-Vorderflügeln und Knickflügeln zeigt, der gemeinsam mit unbemannten Drohnen operiert. Für 2029 plant das Unternehmen außerdem, den Eurofighter als "Command Fighter" zur Drohnensteuerung umzubauen.
Die Zahlen stimmen noch nicht
Douglas Barrie vom International Institute for Strategic Studies zweifelt daran, dass Deutschland und Spanien das Projekt alleine stemmen können. Beide Länder zusammen benötigen wohl 250 bis 300 Kampfjets. Das sei wirtschaftlich kaum tragfähig. Saab könnte sich an dem Projekt beteiligen. Frankreich hingegen dürfte die Rafale weiterentwickeln und parallel an einem Nachfolger arbeiten, möglicherweise mit Partnern aus dem Nahen Osten oder Indien.


