TDC Group: Kabelnetzbetreiber überbaut eigenes Netz mit Glasfaser

Der dänische TV-Kabelnetzbetreiber TDC Group (Tele Danmark Communications) überbaut sein Koaxialnetz mit FTTH. Michael Fränkle, Chief Technology Officer des Unternehmens, sagte(öffnet im neuen Fenster) am 4. Juni 2019 auf der Branchenmesse Anga Com in Köln: "Wir überbauen derzeit unser eigenes Kabelnetz mit Glasfaser; obwohl ich ein großer Fan von Docsis 3.1 bin." Die Kundennachfrage werde langfristig in Richtung Glasfaser gehen.
"Aber Koaxial wird solange genutzt, wie der Kunde mit der Performance zufrieden ist" , erklärte Fränkle. Der Diplomingenieur der Elektrotechnik war zuvor Technikchef bei dem lokalen Netzbetreiber M-Net in München. Er wechselte im November 2017 zu TDC nach Dänemark. TDC begann schon im Jahr 2016 mit Huawei den Ausbau auf 1 GBit/s mit dem Kabelnetzstandard Docsis 3.1.
5G werde TDC für die Überbrückung der letzten Meile zum Kunden einsetzen, erklärte Fränkle. "Wir nutzen 5G als FWA (Fixed Wireless Access)."
Elmar Grasser, Chief Technology Officer von Sunrise Communications aus der Schweiz, sagte, die Konsolidierung in der Branche sei wichtig, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Die Wettbewerbsbehörden müssten das zulassen. "Der Glasfaserausbau in China und Indien ist viel billiger und darum sind sie so gut ausgebaut. Das ist sehr gefährlich für uns Europäer. Die holen in einem Tempo auf, das wir gar nicht begreifen" , meinte Grasser.
Sunrise will UPC, die TV-Kabelnetztochter von Liberty Global in dem Land, kaufen, weshalb sich Grasser so für die Konsolidierung einsetzt. Der Kaufpreis beträgt 6,3 Milliarden Franken (5,6 Milliarden Euro). Größter Aktionär von Sunrise ist Freenet. Der zweitgrößte Schweizer Mobilfunker kauft damit den größten Kabelnetzbetreiber des Landes und stärkt sich im Wettbewerb mit der Swisscom. UPC und Sunrise kauften bisher Vorleistungen von Swisscom.



